Derby in der Hessenliga: KSV Baunatal zittert weiter, OSC Vellmar feiert

Volle Konzentration: Vellmars Stefan Matzenmiller (links) im Duell mit Baunatals Torschützen Manuel Pforr. Foto:  Hedler

Baunatal. Als exakt um 20.56 Uhr das Derby der Fußball-Hessenliga zwischen dem KSV Baunatal und dem OSC Vellmar abgepfiffen wurde, gab es zwar keinen Sieger, aber ein Team, das trotzdem jubelte.

Denn der 1:1 (1:1)-Teilerfolg dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit den Gästen reichen, um in der Klasse zu bleiben. Sie haben nun 40 Zähler auf dem Konto.

Dagegen müssen die Baunataler mit zwei Punkten weniger auf der Habenseite immer noch zittern. Sie erwartet voraussichtlich am nächsten Samstag ein echtes Abstiegsendspiel in Griesheim. „Das ist ein Albtraum für uns“, sagte KSV-Coach Tobias Nebe, „aber jetzt hilft alles Jammern nichts. Wir werden in Griesheim mutig auftreten.“

Kurz vor Beginn gedachten Spieler, Verantwortliche sowie Zuschauer dem im April gestorbenen früheren Baunataler Trainer Hans Michel - mit anhaltendem Applaus. Als die Partie lief, verdiente sich diesen zunächst die Heimelf: Durch sein kluges Pressing ließ der KSV den Nachbarn nicht ins Spiel kommen. Nur den eigenen Vorstößen fehlte etwas die Zielstrebigkeit. Nach einem weiten Ball von Antonio Bravo Sanchez bekam Maximilian Werner das Leder nicht unter Kontrolle - OSC-Torwart Tobias Schlöffel war zur Stelle.

Erst nach einer Viertelstunde setzte Vellmar die ersten Akzente. Fast wäre das Team von Coach Mario Deppe in Führung gegangen: Flanke Oliver Scherer - in der Mitte vergab Egli Milloshaj auf rutschigem Geläuf (16.). Doch der Treffer fiel auf der Gegenseite: Nach Steilpass von Fatih Üstün und verunglücktem Schuss von Kyung Ho Lee traf Manuel Pforr - sein 13. Saisontor (18.).

Ein Schock für die Gäste? Von wegen. Die Vellmarer kombinierten sich kurz darauf über Okan Gül und Enes Glogic bis in den gegnerischen Strafraum, wo Enis Salkovic überlegt einschoss (23.) - es war ein munteres Spielchen. Der OSC hatte mit einem Distanzschuss von Salkovic Pech, den KSV-Keeper Sacir Nikocevic um den Pfosten lenkte (34.). Auf der Gegenseite mangelte es Lee nach Traumpass von Bravo Sanchez an der nötigen Entschlossenheit (42.).

Den ersten großen Aufreger der Partie gab es in der 49. Minute: Scherer, schon verwarnt, schoss Üstün aus nächster Nähe an, obwohl die Partie schon unterbrochen war - es kam zum Gerangel. Schiedsrichter Steffen Rabe zeigte den beiden beteiligten Akteuren jeweils Gelb, für den Vellmarern war die Partie damit vorzeitig beendet.

In Überzahl hatte der KSV seine Möglichkeiten: Janik Szczygiel fand in Schlöffel seinen Meister (65.), und der Freistoß von Kapitän Mario Wolf (68.) strich über den Querbalken. In der Schlussphase versuchten es dann noch Bravo Sanchez (80.) und der eingewechselte Ingmar Merle (85.) nach Hereingabe von Tom Samson - jeweils vergeblich.

Andererseits wehrte sich Vellmar auch mit zehn Mann großartig. „Das war eine tolle kämpferische Leistung“, lobte Deppe seine Elf, die sich immer wieder in die Bälle des Gegners warf und sogar noch einige Nadelstiche nach vorn setzen konnte: „Ich bin mit dem Punkt zufrieden.“ Und das war um 20.56 Uhr auch an den Gesichtern seiner Spieler abzulesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.