Bares Geld

Durch die Idee dieses Mitarbeiters spart VW jedes Jahr 213.000 Euro

Sicherer und effizienter: Der Ideengeber David Bloch (von links) und sein Vorgesetzer Bogdan Hawrylak (Unterabteilungsleiter) in der Gießerei des VW-Werks Baunatal erklärten über die Headsets, was es mit der Kelle im Hintergrund auf sich hat. Fotos: Gorny

Baunatal. Dank der Verbesserungsidee eines Gießerei-Mitarbeiters aus Naumburg spart der Volkswagen-Konzern jedes Jahr 213.000 Euro ein.

Der 36-jährige David Bloch hat eine Druckgussmaschine für Aluminiumteile weiterentwickelt – und erhielt eine Geld-Prämie. Ein Überblick

Der Auslöser

Alles begann mit einer Störung in der Gießerei des VW-Werks Baunatal: Eine Druckgussmaschine musste abrupt abgeschaltet werden. Ein Mitarbeiter drückte den Notknopf. Die Maschine stoppte.

Dadurch schwappte rund 660 Grad heißes Aluminium – das daraufhin normalerweise in eine Form gepresst wird – aus einer Art Kelle, traf auf Schmier-Öl und entzündete sich. Es entstand ein Brand in der Gießerei, der wochenlange Reparaturen nach sich zog.

Das Problem

Die Kelle war mit ihrem Fassungsvermögen schlichtweg zu klein. Mit 15 Kilogramm flüssigem Aluminium gefüllt, musste sie sehr behutsam bewegt werden, damit nichts überschwappt. Außerdem war die Maschine so eingestellt, dass sie im Notfall nicht langsam, sondern schlagartig stoppte, sodass ein Überschwappen programmiert war.

Die Lösung

David Blochs einfach anmutende, aber nicht lapidare Idee: Die Kelle, die über 600 Grad heißes Aluminium in die Presse befördert, um fünf Kilogramm Fassungsvermögen zu erweitern. Außerdem schlug er vor, das Steuerungsprogramm der Maschine so einzustellen, dass die Kelle langsamer gebremst wird. Und er riet, die Steuerung der Maschine so zu verändern, dass man nun einen Schlüssel umdrehen muss, sobald man sie bedienen möchte.

Die Auswirkung

Die Maschine ist jetzt deutlich sicherer und effizienter, sagt Hartmut Sauber, Leiter des Ideenmanagements. David Blochs Idee – die Material- und Werkzeugkosten verringert – konnte auch auf andere Maschine übertragen werden. Die Idee des Mitarbeiters ist eine von rund 11 700, die 2016 in Baunatal eingereicht wurden. Davon prämierte VW 5123 – rund 3,7 Mio. Euro wurden als Prämien ausgeschüttet. Über die Höhe von Blochs Prämie gab Volkswagen keine Auskunft. „Eine Idee muss konkret sein – Problem und Lösung sollen klar beschrieben sein“, sagt Sauber. Dazu müsse man nah an den Mitarbeitern sein und ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Ideen schnell weiterzugeben.

Die Ersparnis

Die Ersparnis ist enorm: 17,56 Millionen Euro hat VW Baunatal durch die Geistesblitze der Mitarbeiter 2016 gespart. „Die Ideen unserer Mitarbeiter helfen uns, wettbewerbsfähig zu bleiben. Das sichert Arbeitsplätze“, betont Michael Fischbach, Leiter der Standoptimierung Kassel (SOK).

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