Stromverbrauch um zehn Prozent gesunken

Energieverbrauch sinkt nur bescheiden

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Größter Energieschlucker unter den städtischen Gebäuden: der Aqua-Park Baunatal. Allein an Wärme verbraucht das Bad meistens mehr als fünf Millionen Kilowattstunden. 2014 waren es mehr als 20 Prozent weniger, weil es lange wegen Bauschäden geschlossen war.

Baunatal. Die Stadt Baunatal unternimmt große Anstrengungen beim Energiesparen. Der jüngste Energiebericht zeigt aber auf, dass dies gar nicht so einfach ist.

Baunatal hat sich auf die Fahnen geschrieben, Energie einzusparen und deutlich weniger klimaschädliches Kohlendioxid in die Umwelt zu pusten.

Schon 2008 hatten die Stadtverordneten das Ziel ausgegeben, den Energieverbrauch sämtlicher städtischer Gebäude um 40 Prozent zu senken. Tatsächlich sind große Einsparerfolge erzielt worden, auch durch mehrere energetische Sanierungen. Die 40-Prozent-Marke dürfte dennoch eine Herausforderung bleiben. Das legen zumindest die Zahlen des jüngsten Energieberichts nahe.

Im Vergleich zu 2009 ist nach dem Bericht der Gesamtstromverbrauch um zehn und der Wärmeverbrauch in den öffentlichen Einrichtungen um 4,6 Prozent gesunken. Vergangenes Jahr ist der Stromverbrauch sogar um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr und der Wärmeverbrauch um 20 Prozent gesunken. Doch das ist wohl nur auf den ersten Blick eine erstaunliche Nachricht.

Denn 2014 war der Aqua-Park wegen der Beseitigung von Bauschäden die Hälfte des Jahres geschlossen. Das Bad ist mit 45 Prozent des Wärme- und 22 Prozent des Strombedarfs der bei Weitem größte Energiefresser aller städtischen Liegenschaften.

Silke Engler

Insgesamt hat die Stadt 2014 2,4 Millionen Euro für Energie ausgegeben, rund 15 Prozent weniger als das Jahr zuvor. Ein Gutteil dieser Ersparnis geht auf das Konto der Aqua-Park-Baustelle und gesunkener Preise für Fernwärme. Die moderne Technik mache mehr an Einsparung möglich, hat jüngst der Grünen-Stadtverordnete Lothar Rost kritisiert. Nicht alles, was technisch machbar sei, sei auch sinnvoll, hält Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler dagegen. „Sicher geht immer ein i-Tüpfelchen mehr. Aber mit Steuergeld muss man wirtschaftlich umgehen“, sagt sie und nennt als Beispiel die gerade in der Sanierung befindliche Sporthalle Hertingshausen. Dort habe man auch den Einbau einer Pellet-Heizung diskutiert, sich aber dagegen entschieden, weil die Kosten für den Bau eines Lagers für den Brennstoff sehr hoch seien.

Außerdem dürfe Energiesparen kein Selbstzweck sein, sagt Engler. Wer große Sportveranstaltungen nach Baunatal ziehen wolle, müsse auch das entsprechende Umfeld schaffen. Dazu gehörten beispielsweise moderne Lüftungsanlagen, die wiederum den Stromverbrauch in die Höhe treiben. Tatsächlich hat sich der Stromverbrauch in der Rundsporthalle seit ihrer Sanierung 2011 kräftig erhöht. Durch Verbesserungen an der Lüftungsanlage soll er nun wieder sinken.

Insgesamt ist Engler mit den erzielten Einsparerfolgen zufrieden. Angesichts der steigenden Nutzung von Sportanlagen, zusätzlicher öffentlicher Gebäude und neuer Baugebiete hätten die Verbrauchsmengen sonst noch zugenommen.

Von Peter Dilling

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