Teilnehmer kamen von weit her, nur ein Baunataler dabei

Erster Poetry-Slam im Jugendzentrum Second Home in Baunatal

+
Einziger Teilnehmer aus Baunatal: Lafayette Dorschner.

Baunatal. Skurrile Geschichten, tiefgründiges Philosophieren und deftige Sprüche: Darum ging es beim ersten Poetry-Slam im Jugendzentrum Second Home in Baunatal.

Wer kennt das nicht? Da liegt man schlaflos im Bett, die Gedanken rasen. All der Ärger, den man am Vortag hatte, fällt einem ein. „Ich halte mir die Waffe an den Kopf und schieße mir ins Gehirn. Dann stehe ich auf und fahre den Computer hoch“, sagt Alexander Gros. Gelächter im Saal.

Poetry-Slam in Baunatal: Sieger Alexander Gros.

Skurrile Geschichten, tiefgründiges Philosophieren und deftige Sprüche - gern auch unterhalb des Kloschüssel-Äquators - waren Trumpf beim ersten Baunataler Poetry-Slam im Jugendzentrum Second Home mit etwa 100 Zuhörern. Der 19-Jährige Kasseler Verwaltungsstudent Gros wurde später per Applaus-Barometer zum Sieger gekürt.

Aus Baunatal traute sich nur der Azubi Lafayette Dorschner mit weiteren neun Dichteramateuren auf die Bühne. Er gab eine etwas andere Schöpfungsgeschichte zum Besten, in der Gott an seinen Fehlern fast verzweifelt und Engel als Rächer auf die Erde schickt, um unter einem „Dämonensauhaufen“ aufzuräumen.

Trotz des auswendig gelernten Vortrags und eines beeindruckenden Vollbarts reichte es nur für die Vorrunde. Der junge Mann war dennoch zufrieden, schließlich war es seine Premiere bei einem Poetry-Slam. „Ich hab´mal zugeschaut und gedacht: Das kann ich auch“, erzählt der Baunataler.

Organisiert hatte den Poetry-Slam die Baunataler Abiturientin Joki Keilen mit einigen Jugendleitern aus dem „Second Home“. Sie habe schon bei vielen Slams mitgemacht. Diese Form des Dichtens verbreite sich rasend schnell über die sozialen Netzwerke im Internet. „Das ist ein Hype“, sagt sie. Auch zum Baunataler Slam kamen die Teilnehmer teilweise von weither. Dazu zählte der Student Flo Langbein aus Bamberg, der mit Erkenntnissen wie „vor der Kloschüssel sind alle gleich“ im Finale nur knapp scheiterte. Der junge Mann konnte wie ein weiterer Teilnehmer kostenlos im Hotel Ambassador übernachten.

Von Peter Dilling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.