40 Jahre in Spitzenposition

Fast 16.000 Tage in der Bank: Claus-Rüdiger Bauer geht

Bild von heute: Claus-Rüdiger Bauer geht in den Ruhestand. Markant – die blaue Brille. Foto: Kühling

Baunatal/Schauenburg. Mit 27 Jahren war Claus-Rüdiger Bauer das jüngste Vorstandsmitglied einer Raiffeisenbank in Deutschland. Jetzt geht er in den Ruhestand.

40 Jahre in einer Spitzenposition bei der Raiffeisenbank Baunatal schlossen sich an. In diesen Tagen verabschiedet sich mit Bauer einer der führenden Wirtschaftsköpfe Nordhessens in den Ruhestand. Einer, der neben dem Wohl „seiner" Bank immer das Fortkommen der gesamten Region und deren Einheit im Sinn hatte.

„Ich war genau 15 695 Tage in diesem Unternehmen“, sagt der 66-jährige scheidende Vorstandschef. Genau diese Präzision im Umgang mit Zahlen und Fakten zeichnete den Baunataler aus. Bauer hat nichts dem Zufall überlassen - und so kommt er nach 43 Jahren Arbeitsleben zu dem Schluss: „Ich bin stolz darauf, ein gesundes Umfeld zu hinterlassen.“

In geselliger Runde: Claus-Rüdiger Bauer (Mitte) hier bei einem Märchenabend 1999 mit dem damaligen Baunataler Bürgermeister Heinz Grenacher (von links) sowie Helmut Simshäuser und Heinz Dittmar (leicht verdeckt). Archivfoto: Rosenthal / nh

Neben dieser in der Branche notwendigen Nüchternheit hat Claus-Rüdiger Bauer aber auch eine verletzliche emotionalen Seite. Das überrascht so manchen Gesprächspartner, der ausschließlichmit dem glatten Auftreten eines Bankers rechnet. „Ich habe mein Wirken so betrachtet, als wenn ich in einer großen Familie mitgearbeitet hätte“, sagt er. „Es schmerzt mich, Abschied zu nehmen und loszulassen.“ Der 66-Jährige spricht offen darüber, dass ihm die Zeit ohne die tägliche Fahrt ins Büro ungewohnt vorkommen wird. „Das wird nicht leicht sein.“

Die Liste der Ämter und Positionen - auch in bundesweiten Verbänden der Volks- und Raiffeisenbanken - ist lang. Viele Jahre engagierte sich Bauer zudem als Vorsitzender der Wirtschaftsgemeinschaft Baunatal und als Vorsitzender des Arbeitskreises der Wirtschaft für Kommunalfragen der Region Kassel. Letzteres bleibt er auch über den Tag des Berufsendes hinaus.

Und wie sieht das Leben im Ruhestand aus? „Ich werde nun einen Kochkurs belegen. Und ich werde Fahrrad fahren, Golf spielen und ins Sportstudio gehen“, sagt Bauer. Und vielleicht werde er sich eine Dauerkarte für Borussia Dortmund gönnen. „Schließlich bin ich Fan von den Schwarz-Gelben.“

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