Mit ganz ruhiger Hand:

Waldemar Del kämpft um Titel des besten Schweißers Deutschlands

Lichtbogen: Beim so genannten WIG-Schweißen entstehen Temperaturen von 3000 Grad. In dieser Technik geht Del heute beim Bundeswettbewerb an den Start. Fotos: Dilling

Waldemar Del streift sich in der Schweißkabine des Bildungszentrums (BZ) den großen Schild mit dem Sichtfenster in Augenhöhe über den Kopf und dreht den Hahn für das Argon-Gas auf.

Es zischt leise, das Gas umströmt die Wolfram-Nadel des Schweißgeräts. Als es sich entzündet, bildet sich ein greller superheißer Lichtbogen, hinter dem die Rohrstücke, die der junge Mann verbinden will, zu verschwinden scheint. Doch Del schweißt die Metallstücke in der sogenannten WIG-Schweißtechnik mit fast schlafwandlerischer Sicherheit zusammen.

Del ist Schweißer beim Baunataler Anlagenbauer Antrok. Und zwar ein so guter, dass er sich Freitag in Cottbus mi den Besten seiner Zunft beim Bundeswettbewerb „Jugend schweißt“ des Schweiß-Verbands DVS in Cottbus misst. Landessieger des Verbands ist er schon geworden, mit 96,6 von 100 Punkten. Im BBZ trainiert er für den Bundessieg.

„Was macht einen sehr guten Schweißer aus? „Gute Augen, eine ruhige Hand, und irgendwie muss man das Schweißen im Blut haben“, sagt der 23-Jährige. Sein Talent für diese Arbeit habe er während seiner Ausbildung bei Antrok zum Anlagenmechaniker Industrie entdeckt. „Das Schweißen hat mir immer Spaß gemacht“, sagt Del. Der Baunataler Anlagenbauer hat ihn nach der Lehre, 2014, gleich als Mitarbeiter übernommen. Der Oberzwehrener schweißt in seinem Arbeitsalltag Rohrleitungssysteme zusammen. Da kommt es besonders auf eine saubere Schweißnaht an. Das ist nicht so einfach, wenn man den Schweißdraht in der einen und das Schweißgerät in der anderen halten muss.

Mit Ohrenschutz und Schweißnadel: Waldemar Del machte das Schweißen schon als Azubi Spaß.

Um seine berufliche Zukunft muss sich der 23-Jährige, der in seiner Freizeit Fußball spielt und im Fitness-Studio trainiert, wohl keine Sorgen machen. Gute Schweißer seien sehr gesucht, bestätigt Thorsten Soldat, Fachbereichsleiter Metall- und Schweißtechnik am BZ. In seiner Abteilung lernen jährlich etwa 1000 Lehrlinge aus Betrieben der Region die verschiedenen Schweißtechniken und legen ihre Schweißprüfung ab.

„Automaten machen Fehler“ 

Ein Schweißer mit exzellenter Konzentrationsfähigkeit kann sogar einem Schweißroboter noch etwas vormachen. „Die Automaten machen auch Fehler“, sagt Waldemar Del, der schon in vielen Fabriken namhafter Unternehmen der Region gearbeitet hat. Er sei schon ins Baunataler VW-Werk gerufen worden, um Schweißnähte von Robotern nachzuarbeiten. „Es kommt auf die Gleichmäßigkeit der Naht an“, erklärt Del. Er bekommt das immer sauber hin, auch wenn er über Kopf schweißen muss.

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