Stadt hebt Gebühren an

Grabstätten in Baunatal werden 2018 teurer

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Letzte Ruhe wird teurer: Der Baunataler Hauptfriedhof ist parkähnlich angelegt und der einzige Ort in der Stadt, wo sich auch Muslime auf einem gesonderten Gelände beisetzen lassen können.

Baunatal. Beerdigungen und Grabstellen werden in Baunatal teurer. Die Gebühren steigen um zehn Prozent, trotzdem bleibt das Bestattungswesen für die Stadt ein Zuschussgeschäft. 

Die letzte Anhebung ist schon vier Jahre her. Doch auch mit dem aktuellen Aufschlag muss die Stadt das Bestattungswesen bezuschussen. Der Fehlbetrag wird laut Mitteilung der Verwaltung lediglich von rund 205.000 auf etwa 177.000 Euro sinken, also nur um drei Prozent.

Dass das Defizit trotz deutlicher Gebührenanhebung nicht stärker abschmilzt, liege unter anderem daran, dass die Erdbestattungen nur zu 59 Prozent von den Gebühren gedeckt würden, teilte Pressesprecherin Susanne Bräutigam auf Anfrage mit.

Wahlgrabstätten sind am teuersten

Eigentlich müssten laut Gesetz kostendeckende Gebühren erhoben werden. Die Kommunen dürften aber aus Gründen der Sozialverträglichkeit davon abweichen. Baunatal liege mit seinen Gebühren im „guten Mittelfeld“ der umliegenden Gemeinden.

Die teuerste Möglichkeit, sich in Baunatal bestatten zu lassen, ist eine Wahlgrabstätte. Hierfür werden 1461 Euro fällig. Bisher waren es 1328 Euro. Am günstigsten ist die Bestattung nach der Einäscherung des Leichnams: Für eine Urnenreihengrabstätte sind 177 Euro zu zahlen (bisher 161 Euro). Diese Form der Bestattung kommt allerdings für Baunataler muslimischen Glaubens aus religiösen Gründen nicht in Betracht. 

Auf dem Baunataler Hauptfriedhof in Kirchbauna hat die die Stadt bereits 1994 eine 20 Grabstellen umfassende Fläche hergerichtet. Sie ist nach Mekka, dem höchsten Heiligtum des Islam, ausgerichtet. Dieses Jahr wurde ein weiteres Feld für etwa 20 Gräber vorbereitet. Bisher ließen sich nur 19 Muslime in Baunataler Erde bestatten, vergangenes Jahr gab es aber sogar zwei Bestattungen.

Beerdigung für Muslime

Die meisten Angehörigen muslimischen Glaubens lassen sich immer noch in die Heimat, vor allem die Türkei, überführen, um im Land ihrer Geburt beerdigt zu werden.

Doch da sei ein „Umbruch“ festzustellen, sagt Bestattermeister Heiko Wicke von Wicke Bestattungen in Baunatal. Zumindest Muslime aus ferneren Ländern seien inzwischen eher bereit, sich in ihrer Wahl-Heimat beerdigen zu lassen, weil die Überführungskosten doch sehr hoch seien. Beerdigungen in weißen Leinentüchern, wie man sie auf Bildern aus dem Nahen Osten sieht, gibt es in Baunatal allerdings nicht. Auch Muslime würden nur in einem Sarg bestattet, heißt es von Seiten der Stadt. In Zukunft dürfte es wohl mehr Bestattungen von Muslimen geben. Denn die Gastarbeiter, die in den 1960er-Jahren im Baunataler VW-Werk angefangen haben, sind längst im Rentenalter.

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