Barrierefreiheit: Aufzüge und Rampen geplant

Guntershäuser Station: Bahnhof-Umbau verzögert sich

Baunatal. Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs in Guntershausen verzögert sich um mindestens zwei Jahre. Grund: Die geplante Ausstattung mit Rampen für einen behindertengerechten Zugang ist nicht an allen Bahnsteigen möglich.

An zwei Stellen müssen deshalb aufgrund von Platzmangel Aufzüge installiert werden. Das erläuterte jetzt Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler (SPD) in der Sitzung des Stadtparlamentes.

Ursprünglich sollte der Umbau des Bahnhofs 2018 starten. „Der Baubeginn wird nach jetzigem Stand für das Jahr 2020 geplant“, sagte Engler im Parlament auf eine Anfrage des SPD-Stadtverordneten Dr. Klaus Peter Lorenz. Dieser hatte unter anderem nach dem Zeitrahmen gefragt.

Eigentlich sollte lediglich im Bereich des Mittelbahnsteiges ein Aufzug installiert werden, an den äußeren Gleisen waren Rampen geplant. Jetzt soll auch auf der Seite Richtung Marie-Behre-Heim ein Fahrstuhl eingebaut werden. Aufgrund eines Oberleitungsmastes könne ein ausreichender Rampenverlauf nicht dargestellt werden, erläuterte die Vizebürgermeisterin in der Sitzung.

Unendliche Geschichte

Die Planungen zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofes gleichen indes einer unendlichen Geschichte. Seit rund zehn Jahren setzt sich die Stadt Baunatal bei der Bahn dafür ein. Nicht zuletzt, weil viele Radfahrer, die auf dem Radwanderweg R 1 unterwegs sind, den Anschluss an die Regiotram in Guntershausen nutzen. Doch: Passiert ist bislang nur wenig.

Zunächst war der Vorstoß des Baunataler Rathauses immer an dem Hinweis der Bahn gescheitert, dass in Guntershausen täglich weniger als tausend Fahrgäste verkehrten. Deshalb komme ein barrierefreier Ausbau eben nicht in Frage. Die Bahn hat die Station vor einigen Jahren modernisiert, dabei aber nicht mit Rampen oder Fahrstühlen ausgestattet.

2014 baute die Stadt in Eigenregie einen 53 Meter langen Weg, der den Ort direkt mit der Bahnunterführung verbindet. Zusammen mit dem Land Hessen wurden 430 000 Euro investiert. Die steilen Treppen zu den Bahnsteigen blieben – ganz zum Ärgernis von Rad- und Rollifahrern.

Im Februar 2016 unterzeichneten Stadt, Bahn und Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV) dann überraschend doch einen Planungsvertrag für den barrierefreien Umbau. Damals rechneten die Beteiligten mit Baukosten von 1,5 Millionen Euro. Die Planung sollte 350 000 Euro verschlingen. An diesen Kosten ändere sich nichts, so Engler

„Die Planungen gehen nun an das Eisenbahnbundesamt, und die Prüfung dauert zirka ein Jahr“, so Engler. „Danach kann mit der Ausführungsplanung begonnen werden.

Zum Thema soll es eine Bürgerinformation geben am Donnerstag, 14. September, ab 16.30 Uhr am Bahnhof Guntershausen.

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