Haus der Begegnung in Baunatal: Schwarze Flecken bleiben noch

Haus der Begegnung: Das frisch sanierte Gebäude am Baunataler Marktplatz wurde im September 2014 mit einer Teermasse beworfen. Archivfotos: Kühling

Baunatal. Unbefleckte Tage hat das Haus der Begegnung am Baunataler Markplatz nur wenige erlebt.

Quasi zur Eröffnung des von der Stadt für 2,5 Millionen Euro sanierten ehemaligen Postgebäudes im vergangenen Sommer wurde es von unbekannten Tätern auf fast allen Seiten mit einer Bitumenmasse beworfen.

Seither zieren die schwarzen Flecken die helle Fassade. Und in naher Zukunft ist eine Sanierung des Schadens nicht in Sicht.

Völlig unabhängig von dem Anschlag auf das Haus der Begegnung streitet sich nämlich die Stadt Baunatal mit der Putz-Firma, die zuvor bei der Renovierung des Gebäudes aktiv war. „Es gibt immer noch eine anwaltliche Auseinandersetzung“, sagt Erste Stadträtin Silke Engler. Die Stadt kritisiert, dass das Unternehmen beim Verputzen des Gebäudes gepfuscht hat.

Dass die Arbeiten bemängelt werden, sei das gute Recht einer Kommune, sagt Engler. „Schließlich ist das Steuergeld, mit dem wir umgehen.“

Die Schäden an dem Haus, in dem die Baunataler Diakonie Kassel Hauptmieter ist, hatte das Rathaus auch von einem Gutachter überprüfen lassen. Dieser schätzte nach Angaben der Verwaltung die Kosten für die Beseitigung auf 40.000 bis 50.000 Euro.

Zwei rechtliche Varianten 

Zwei rechtliche Möglichkeiten bleiben nach Auffassung der Vizebürgermeisterin nun. Entweder, das Rathaus einige sich noch gütlich mit der Firma, und diese behebe die Schäden von sich aus. Oder man veranlasse die Sanierung und klage im Anschluss daran das Geld von dem Unternehmen ein. In jedem Fall brauche beides noch etwas Zeit, sagt Engler. Arbeiten an dem Haus könne man sowieso erst wieder, wenn es wärmer draußen sei. Sie gehe davon aus, dass vor April nichts passiert.

Parallel lief die Suche nach den Tätern, die für den Anschlag mit einer Bitumenmasse im September verantwortlich waren. Nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Werner hat die Polizei die Ermittlungen inzwischen eingestellt. Der Fall sei ohne Ergebnis an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden, so der Sprecher.

Kurz nach der Verschandlung mit der schwarzen Masse war es in dem Gebäude zu einem weiteren ungewöhnlichen Vorfall gekommen. Ein Unbekannter hatte sich durch eine offen stehende Hintertür in das Gebäude geschlichen.

In einem Abstellraum hatte er Toilettenrollen in Brand gesetzt. Verletzt wurde niemand. Auch von diesem Täter fehlt laut Polizeisprecher Torsten Werner bis heute jede Spur. Die Ermittlungen seien ebenfalls ergebnislos eingestellt worden.

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