Hohes Tempo für Getriebebau: VW baut Halle in 36 Wochen

Baunatal. Im Zeitraum von 36 Wochen, in dem an anderer Stelle etwa ein Einfamilienhaus entsteht, ist im VW-Werk eine 300 Meter lange und 48 Meter breite Produktionshalle gewachsen.

Auf einer Fläche von 23.000 Quadratmetern haben die Baufirmen zwischen den bestehenden Hallen 3 und 4 die neue Halle 3 a gebaut. In diesen Tagen beginnt dort die Produktion des Direktschaltgetriebes DQ 381 vorrangig für Audi-Modelle und den VW Golf.

Lexikonwissen: 

Das VW-Werk im Regiowiki

Noch während die letzten Arbeiten an dem Gebäude liefen, haben die Mitarbeiter von insgesamt 27 Firmen mit dem Aufstellen von 154 Maschinen und Anlagen begonnen. Volkswagen arbeitet unter Zeitdruck: Ab Mai 2016 muss das Werk Kassel in Baunatal täglich 550 dieser Komponenten ausspucken, ab dem Jahr darauf sind es 1500, zwei Jahre später 3000 pro Tag. Schließlich plant Audi mit den Schalteinheiten aus Nordhessen für die neuen Modelle des A 3 und des Q 1.

Seit Kurzem laufe die Produktion für das DQ 381 in der Vorserie, erläutert Projektleiter Bernd Trömner. „Wir bauen zunächst 30 Getriebe in der Woche. Die gehen in Versuchsfahrzeuge oder werden auf Prüfständen etwa auf Funktion, Schaltverhalten und Geräusche getestet.“ Untersucht werden die neuen Schalteinheiten sowohl im ungarischen Györ als auch im Audi-Stammwerk in Ingolstadt. „Unsere Mitarbeiter der Qualitätssicherung sind dabei.“

Ein wesentliches Stichwort ist für Bernd Trömner und Planer Andreas Rüger das Thema „Fahrkomfort“. Das DQ 381 sei gegenüber seinem Vorgänger DQ 250 mit sieben statt nur sechs Gängen ausgestattet. Das ermögliche Schaltvorgänge zum „optimalen Zeitpunkt“. Außerdem bedeute das eine Einsparung von zehn Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer, erläutert der Projektleiter.

300 Mitarbeiter werden in Baunatal für die Produktion des neuen Direktschaltgetriebes gebraucht. Diese bekomme man komplett aus der Produktion des Vorgängermodells, die nach und nach zurückgefahren werde, so Trömner.

Zurück zum Hallenbau: Mit dem Verbinden der bestehenden Hallen 3 und 4 auf dem Werksgelände sei nun eine der größten zusammenhängenden Dachflächen Europas entstanden, erläutert Planer Alexander Meimbresse. „Nur die Dächer von Airbus in Hamburg sind größer.“

Beim Bau stießen die Firmen immer wieder auf tief in der Erde versteckte Gebäudeteile aus der Anfangszeit des VW-Werkes ab 1958. Riesige Betonfundamente oder Spundwände seien zutage getreten, sagt Meimbresse. „Die waren in keinem Plan verzeichnet.“

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