Gemeinden arbeiten enger zusammen

Jugendarbeit im Umbruch – Sorgen um Stellenabbau

Baunatal. Die Gemeinden im Kirchenkreis Kaufungen geben überproportional viel Geld für die Jugend- und Familienarbeit aus. Mit einer Reform sollen nun Umfang und Qualität trotz sinkender Einnahmen möglichst erhalten werden.

Nach fast zweistündiger, zum Teil kontroverser, Debatte stimmte die Kreissynode am Wochenende dem vom Kirchenkreisvorstand vorgeschlagenen Konzept einer gemeindeübergreifenden Jugendarbeit zu.

In der Diskussion wurde aber auch die Sorge vor einem Stellenabbau und möglichen negativen Auswirkungen für einzelne Kirchengemeinden deutlich. Es geht um etwa 13 hauptamtliche Stellen. Bis 2019 ist die Finanzierung noch durch den aktuellen Doppelhaushalt abgesichert.

Beschlossene Sache ist bereits die Bildung von Kooperationsräumen durch benachbarte Gemeinden. In ähnlicher Weise sollen nun die Jugendarbeiter im Norden des Kirchenkreises mit denen im Bereich der Losse- und der Söhre-Gemeinden sowie in Baunatal und Schauenburg zusammenarbeiten.

Die Mitarbeiter werden künftig nicht mehr bei ihrer Heimatgemeinde, sondern beim Kirchenkreis angestellt sein. Die Mitarbeitervertretung des Kirchenkreises drängt darauf, dass die Verträge möglichst schnell umgestellt werden, damit die Betroffenen Gewissheit um ihre Zukunft erhalten. Die Jugend- und Familienarbeit wird in Regionalausschüssen koordiniert werden. Diese schicken wiederum Vertreter in den Kreisjugendausschuss.

Jugendarbeiter aus Baunatal und Schauenburg berichteten, wie gut sie schon jetzt kooperieren und welche Chancen damit verbunden seien. Auch Pfarrerin Julia Freiberger (Wellerode) warb für die neue Struktur: „Es geht darum, Bewährtes zu bewahren und Neues zu wagen“, sagte sie. Die Gemeinden könnten weiterhin die Angebote und Aufgabenfelder vor Ort bestimmen.

Das blieb allerdings nicht unwidersprochen: Er habe Sorge, „dass Stellen wegfallen werden und dass wir als Gemeinde am Rand ganz  in die Röhre gucken“, sagte Peter Harz vom Kirchenvorstand Eiterhagen. Der Synodale Michael Steisel, zugleich Bürgermeister von Söhrewald, wies darauf hin, dass seine politische Gemeinde die Arbeit der Kirchengemeinden bezuschusse. 

Wenn dieses Geld nun in andere Regionen fließe, müsste sich Söhrewald nach anderen Kooperationen umschauen. Kritik kam auch aus Fuldatal: „Unseren Spendern ist wichtig, dass das Geld vor Ort eingesetzt wird“, sagte Erhard Bachmann (Rothwesten). Jörn Linke (Ahnatal-Weimar) wandte sich vergeblich gegen die Bildung von Regionalausschüssen. Diese Doppelstruktur sei überflüssig.

Dekanin Carmen Jelinek kündigte Sondierungsgespräche in den Gemeinden an. Man wolle die Struktur „nicht mit Brachialgewalt, sondern Stück für Stück“ umsetzen.

Rubriklistenbild: © Dilling

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