84-Jährige friert

Baunatalerin beklagt kaputte Heizung - Rheuma wurde schlimmer

Kaputte Heizung: Im oberen Bereich wird die Heizung im Wohnzimmer von Gisela Rabe warm, unten bleibt sie kalt. Foto: Lutzi

Baunatal. Der obere Teil der Heizung wird warm, der untere bleibt kalt: 21,4 Grad bei höchster Heizungseinstellung, das ist die Temperatur im Wohnzimmer von Gisela Rabe aus Baunatal.

„Das ist jetzt bereits die zweite Heizperiode, bei der ich nicht richtig heizen kann“, sagt die 84-Jährige. Das Problem bestehe seit einem Jahr und sei der Hausverwaltung bekannt. „Behoben wurde nichts“, so Rabe.

„Wir haben zwei Heizungsfirmen hingeschickt“, sagte Marco Weber, Leiter Weber Hausverwaltung Immobilien GmbH, zu den Vorwürfen. Beide haben die Temperaturen gemessen und festgestellt, dass Raumtemperaturen erreicht werden, die normales Wohnen ermöglichen“, sagt Weber.

„Aber der Monteur ging trotz meiner Bitte nicht in den Heizungskeller, um auch dort alles auf Richtigkeit zu überprüfen“, sagte Rabe. Daraufhin schaltete sie einen Rechtsanwalt ein, zweimal kam es vor dem Kasseler Amtsgericht zum Prozess.

„Das Gericht hat uns in beiden Verfahren zu 100 Prozent recht gegeben“, sagte Weber dazu. Es sei alles getan worden, um die Heizung zu überprüfen. „Das belegen die Messergebnisse“, so Weber.

Rabe beauftragte dann auf eigene Faust einen Heizungsmonteur. „Dieser hat die Entlüftung kontrolliert und aus Sicherheitsgründen das Thermostat ausgewechselt.“ Die 150 Euro Kosten trägt sie selbst. „Das Problem besteht immer noch“, sagt sie. Vermutlich liege das Problem laut dem Heizungsmonteur an der Vorrangschaltung im Heizungskeller.

„Da darf er aber ohne die Erlaubnis der Hausverwaltung nicht hin“, sagte Rabe. Hausverwalter Weber entgegnet darauf, dass die Heizungsanlage der Eigentümergemeinschaft gehöre. „Ich als Verwalter kann da keinen hinlassen, der mir nicht benannt wurde. Ich muss wissen, ob die Firma kompetent und fachmännisch gut ist“, so der Hausverwalter.

„Ich bin es leid“, sagt die Seniorin. Seit 15 Jahren wohne sie nun im Haus, das von sechs Parteien bewohnt wird. „Mein größter Wunsch ist es, dass meine Heizung wieder funktioniert. Wegen der fehlenden Wärme ist auch mein Rheuma schlimmer geworden“, klagt sie. Weber fragt sich indes, warum Rabe nicht auf der Eigentümerversammlung erschien. „Dort kann sie als Eigentümer einen Antrag zur Überprüfung der Heizungsanlage stellen“, so Weber.

Er habe das Thema selbst auf die Tagesordnung gesetzt. „Wäre Frau Rabe erschienen, hätte die Eigentümersitzung vor zwei Wochen auch nicht vertagt werden müssen“, so Weber. So finde die Sitzung am 10. Februar statt. „Frau Rabe ist als Eigentümerin dazu eingeladen“, sagte Weber. Dort könne sie ihre Interessen dann selbstverständlich vertreten.

Von Patrick Lutzi und Frank Brauner

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