Gefährliche Körperverletzung

Kasseler Amtsgericht verurteilt Taxi-Prügler aus Baunatal

Wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt: Der 41-Jährige aus Baunatal und sein 21-jähriger Sohn. Zeichnung: Reincken

Baunatal/Kassel. „Wegen Nichtigkeiten" seien ein 41-jähriger Vater und sein damals 21-jähriger Sohn im Februar 2014 auf zwei Taxifahrer losgegangen und hätten diese verprügelt.

Das befand Richter Pree nach drei Prozesstagen am Amtsgericht Kassel als erwiesen und verurteilte die Männer wegen gefährlicher Körperverletzung.

Neun Monate Haft drohen dem Vater, wenn er sich in den kommenden drei Jahren irgendetwas zu Schulden kommen lässt. So lange ist seine Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Sein Sohn muss zwei Wochen in Dauerarrest. Und jeder der Männer soll laut Urteil an einen der geschlagenen Taxifahrer 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Damit folgte das Amtsgericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die sah beide Taten, die sich unabhängig voneinander in der selben Nacht vor dem Club Caramel in Kassel und vorm Wohnhaus des Vaters in Baunatal ereignet hatten, als erwiesen an. Um die Minicar-Quittung und weil ein Begleiter der Männer sich in das Taxi nach Baunatal erbrochen hatte, war es zum Streit mit den Taxifahrern gekommen, in deren Verlauf dann auch Fäuste flogen. Ob auch ein Stock bei der Auseinandersetzung vor dem Kassler Club zum Einsatz kam, konnte vor Gericht nicht geklärt werden.

Bei lebensnaher Betrachtung“ gäbe es „keinen vernünftigen Zweifel“ am von den Opfern geschilderten Tathergang, sagte Richter Pree. Zwar sind diese nicht krankenhausreif geschlagen worden, doch: „Zwei Leute, die auf eine Person draufgehen, das geht gar nicht.“ Deshalb sei der Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung erfüllt.

Zu Gunsten der Angeklagten wurde gewertet, dass sie bei ihrer Tat erheblich unter Alkoholeinfluss standen. Knapp 1,3 Promille wurden beim Sohn gemessen, 2,6 Promille beim Vater.

Aus Sicht der Verteidigerin hatte die umfangreiche Beweisaufnahme die Schuld der Angeklagten nicht erhärten können. Die Zeugen hätten widersprüchliche Angaben gemacht. Im Baunataler Fall hegte sie sogar Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Taxifahrers als Opferzeuge. Deshalb hatte die Anwältin Freispruch für ihre Mandanten gefordert.

Unmittelbar nach dem Urteilsspruch kündigte der Vater an, gegen die Entscheidung des Amtsgerichts in Berufung gehen zu wollen.

Von Andrea Espagne

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.