Bank gibt keine Auskunft zu Einzelfall

Kasseler Sparkasse kündigte Baunataler nach seiner Insolvenz das Schließfach

Ärger mit der Kasseler Sparkasse: Jörg Petersohn zeigt die Kündigung für das von ihm seit Jahren genutzte Schließfach.

Baunatal. „Ich finde das eine Sauerei. Irgendwann muss doch Schluss ein“, sagt Jörg Petersohn verärgert. Der Baunataler hat vor wenigen Tagen Post von der Kasseler Sparkasse bekommen.

Darin hat ihm das Geldinstitut sein Schließfach zum 30. März gekündigt. Der 53-Jährige vermutet, dass die „Kündigung der Geschäftsverbindung“ mit einer Insolvenz aus früheren Jahren zu tun hat. Schon vor zwei Jahren, so berichtet Petersohn, habe ihm die Sparkasse das Einrichten eines normalen Giro-Kontos verwehrt. Eine Mitarbeiterin der Geschäftsstelle in Baunatal habe dazu gesagt: „Da war doch mal was.“

Das Geld sei ihm von der Sparkasse "hinterher geschmissen" worden

Nach eigenen Angaben hat der selbstständige Immobilienmakler in den 90er-Jahren „in großem Stil“ mit der Kasseler Sparkasse zusammengearbeitet. Die Kooperation sei immer sehr gut gewesen. Bei der Finanzierung mancher Projekte habe ihm das Geldinstitut „das Geld hinterher geschmissen“. Grundsätzlich lasse er nichts auf die Sparkasse kommen. „Ich hatte dort einen super Firmenkundenberater.“

1999 sei er mit seinem Unternehmen in die Insolvenz gegangen, berichtet der 53-Jährige weiter. 2002 habe sich eine private Insolvenz angeschlossen. Nach sieben Jahren sei diese abgeschlossen gewesen. „Seit Jahren arbeite ich nun wieder als Immobilienmakler – und das erfolgreich.“ Seine Bonität sei nach Auskunft der Schufa und der Creditreform inzwischen wieder bei fast 100 Prozent, berichtet Petersohn weiter. Deshalb fühlt er sich von der Sparkasse ungerecht behandelt.

Sparkasse gibt keine Auskunft zu dem Einzelfall

Zu diesem Einzelfall gebe er keine Auskunft, sagt Sparkassen-Sprecher Michael Krath mit Hinweis auf das Bankgeheimnis. „Ganz allgemein ist festzustellen: Für die Eröffnung eines Giro-Kontos ist ein Insolvenzverfahren kein Hindernis“, sagt Krath weiter. „Die Geschäftsbeziehung kann allerdings dann unzumutbar sein, wenn das Kreditinstitut in der Vergangenheit durch den Kunden finanziell geschädigt wurde.“

Bürgerkonto mit Einschränkungen

Das sagt die Erklärung der Deutschen Sparkassen unter anderem zum Bürgerkonto: Die Möglichkeit der Nutzung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs ist ein wichtiger Bestandteil des Wirtschaftslebens, der allen Bevölkerungskreisen unabhängig von der Höhe des Einkommens oder Vermögens zugänglich sein sollte. Die Versorgung aller Bevölkerungskreise hiermit war und ist integraler Bestandteil der gemeinwohlorientierten Ge-schäftsphilosophie der Sparkassen, die auch in den Sparkassengesetzen zum Ausdruck kommt. Vor diesem Hintergrund erklären die Sparkassen Folgendes: 

1. Die Sparkassen führen für jede in ihrem Geschäftsgebiet ansässige Privatperson unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit oder Nationalität auf Wunsch zumindest ein Guthabenkonto – „Bürgerkonto“. 

2. Diese Verpflichtung greift nur dann nicht, wenn die Kontoführung für die jeweilige Sparkasse aus wichtigen Gründen unzumutbar ist, z. B. weil der Kontoinhaber Dienstleistungen bei Kreditinstituten missbraucht hat oder die vereinbarten Kontoführungsentgelte nicht entrichtet.

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