Kritik von Anwohnern - Hessen Mobil äußert sich nicht

Kein Flüsterasphalt auf der A49 bei Baunatal 

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Um diesen Abschnitt geht es: Die neue Asphaltdecke ist frisch auf die fertigen Brückenteile aufgebracht. Seit vergangener Woche fließt der Verkehr bereits wieder über diesen Abschnitt am VW-Werk. Das Baunataler Rathaus weist darauf hin, dass es sich nicht um sogenannten Flüsterasphalt handele.  

Baunatal. Kaum sind zwei Brückenhälften auf der A49 in Höhe von Rengershausen fertiggestellt, gibt es erste Kritik. Anwohner und die Stadt Baunatal bemängeln, dass kein Flüsterasphalt aufgetragen wurde.

Fragen des Lärmschutzes seien nicht ausreichend berücksichtigt worden, sagt Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) auf Anfrage der HNA. Diese Kritik habe er auch so gegenüber der verantwortlichen Verkehrsbehörde Hessen Mobil geäußert. Deren Leiter, Ferdinand Weber, habe er jetzt angeschrieben, so der Rathauschef. Mehrere Bürger haben sich laut Schaub bereits im Rathaus über den mangelnden Lärmschutz beschwert.

Manfred Schaub

Eine Stellungnahme zu der Angelegenheit gab es von der Landesbehörde Hessen Mobil trotz mehrfacher Anfrage der HNA nicht. Die Sache sei zur Zentrale nach Wiesbaden weitergeleitet worden, erläutert Sprecher Gerd Bohne lediglich. Von dort wolle man zunächst Baunatals Bürgermeister antworten, ehe man die Öffentlichkeit informiere.

Kosten: 6,9 Mio. Euro

Erst in der vergangenen Woche waren die beiden Brückenhälften über die Landesstraße in Richtung VW-Werk sowie den Fasanenweg an der Knallhütte fertiggestellt worden. Der Bund investiert in den Neubau der Bauwerke bei Baunatal-Nord 6,9 Millionen Euro. Seit vergangenem Freitag rollt der Verkehr über den fertigen Abschnitt und damit über die neue Asphaltdecke.

Aufmerksamen Autofahrern sei gleich aufgefallen, dass es sich nicht – „wie mit Hessen Mobil abgesprochen“ – um Flüsterasphalt handele, erläutert Schaub. Das sei inzwischen auch von Mitarbeitern aus dem Baunataler Rathaus überprüft worden. Es sei erneut „grober und erheblichen Lärm verursachender Asphalt“ als Decke verwandt worden.

Die Stadt Baunatal jedenfalls will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Schaub zitiert aus dem Schreiben an Hessen Mobil: „Wir werden nicht akzeptieren, dass die gültigen Vereinbarungen auch über die Fahrbahndecken Lärmschutz zu erzielen, hier nicht angewandt werden.“ Das Baunataler Rathaus gehe davon aus, dass sich der Hessen-Mobil-Chef nun dafür einsetzen werde, „dass der von uns allen erwartete Flüsterasphalt auch in diesem Bereich eingesetzt wird.

Wie teuer die neue Asphaltschicht im Bereich der Baustelle war, auch darüber gab es von Hessen Mobil keine Angaben.

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