Fahrdienst für Bedürftige fehlt

Tafel in Baunatal versorgt 400 Menschen - Schauenburger profitieren kaum

Freiwilliges Engagement: Gisela Maniak (von links), Astrid Oberlein, Renate Melzer und Helga Haupt kontrollieren das angelieferte Gemüse und Obst. Insgesamt arbeiten etwa 50 Ehrenamtliche für die Tafel. Fotos: Dilling

Baunatal/Schauenburg. Vor gut einem Jahr hat die Baunataler-Schauenburger Tafel im Erdgeschoss des Hauses Rembrandtstraße 6 in Altenbauna ihre Abgabestelle für Lebensmittel eröffnet, die die Supermärkte aussortiert haben.

Der Zulauf von Bedürftigen, die sich dort für einen geringen Obolus eindecken können, sei seitdem enorm gestiegen, sagt Wolfgang Rodermund, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins, ebenso die Zahl der Helfer.

Allerdings profitierten Bedürftige aus Schauenburg viel zu wenig von dem Angebot. Nur fünf Prozent der etwa 400 Kunden kämen aus dieser Nachbargemeinde, sagt er. Dabei habe die Tafel noch Kapazitäten frei, eine Warteliste - wie in Kassel - gebe es nicht. Auch der Platz für die Lagerung von noch mehr Lebensmitteln sei vorhanden.

Dabei wurde die Tafel im Oktober 2013 von einer Schauenburgerin initiiert. Rodermund glaubt auch, dass es in der - im Vergleich zu Baunatal - armen Gemeinde deutlich mehr Bedürftige gibt, die das Angebot der Tafel bitter nötig hätten. Doch viele von ihnen hätten einfach nicht das Geld, die Fahrt von Schauenburg nach Baunatal und zurück zu bezahlen, schätzt der Tafel-Vorsitzende. Für diese Armen wird die Tafel auf absehbare Zeit wohl unerreichbar bleiben, wenn sich keine Helfer finden, die für einen kostenlosen Transport der Bedürftigen in die Nachbarstadt Baunatal sorgen.

Im ersten Anlauf ist Rodermund mit seiner Idee, für einen solchen Shuttle-Service die Unterstützung von Ehrenamtlichen in Schauenburg zu gewinnen, gescheitert. Zwar unterstützte Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) sofort sein Vorhaben, Vereine und Verbände zu einem Info-Abend einzuladen. Doch am geplanten Veranstaltungstag hing am Eingang der Schauenburg-Halle in Hoof nur ein Schild mit dem Hinweis „Versammlung fällt aus“. Es habe sich kein einziger Verein für die Veranstaltung angemeldet, sagte Rodermund. Eine Alternative zu solch einem Shuttle-Service gibt aus Sicht des Tafel-Vorsitzenden nicht. Die Gründung einer Zweigniederlassung der Tafel in Schauenburg komme nicht in Betracht. Das sei wegen der vielen Auflagen, die eine Lebensmittelabgabestelle erfüllen muss, finanziell viel zu aufwendig. Die ehrenamtlichen Fahrer der Tafel seien mit dem Abholen der Lebensmittel schon voll ausgelastet.

Von Peter Dilling 

Kontakt: 

Info und Kontakt: Baunataler-Schauenburger- Tafel e.V., Rembrandtstr. 6, 34225 Baunatal, Tel. 0561-20199075 Fax: 0561-20199077, Bürozeiten: Mo + Mi 14 bis 17 Uhr, Fr 10 - 13 Uhr

http://www.baunataler-schauenburger-tafel.de/

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.