„Kleiderladen“ jetzt in der Baunataler Innenstadt

Laden und Treffpunkt für Flüchtlinge: 24 Jahre nach seiner Gründung hat der „Kleiderladen“ der Initiative Aufnehmen statt Ablehnen (IASA) nun im ehemaligen Frauencafé am Marktplatz 9 ein angemessenes Domizil gefunden. Der „Kleiderladen“ wird maßgeblich getragen von (von links) Gabriele Winter, Monika Podsendek, Karin Braukmann, Anna Ivanowa und Helga Neukirchen. Foto: Naumann

Baunatal. Regale voll mit Damen-, Herren und Kinderkleidern, Kisten mit Spielsachen, Ablagen mit Geschirr und Haushaltsgeräten: Alles, was der Mensch für den Lebensalltag braucht, hat der neue „Kleiderladen" der „Initiative Aufnehmen statt Ablehnen" (IASA) im Programm.

Vor einigen Tagen schon hat er sein neues Domizil mitten in Baunatal am Marktplatz 9 bezogen, dort, wo einst das Frauencafé war. Er misst 60 Quadratmeter, ist warm und lichtdurchflutet - und sogar eine Küche mit Theke steht zur Verfügung.

Vor 24 Jahren gegründet 

„Endlich haben wir so einen tollen Raum, der ja nicht nur Laden, sondern auch Treffpunkt sein soll“, sagte Helga Neukirchen bei der Wiedereröffnung am vergangenen Mittwoch. Neukirchen ist eine der federführenden Kräfte der IASA und leitet den „Kleiderladen“, der ausschließlich für Flüchtlinge bestimmt ist, schon seit 24 Jahren. Vorher fristete er ein eher stiefmütterliches Dasein - zuletzt beheimatet war er am Siebertweg in einer 40-Quadratmeter-Wohnung fast zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt - ohne Heizung und nennenswerte Wasserversorgung.

Nun erlebt der „Kleiderladen“ eine Wiedergeburt. Grund: Auch in Baunatal ist das Thema Flüchtlinge ganz oben angekommen. Mitte Oktober werden bis zu 140 Flüchtlinge die neue Gemeinschaftsunterkunft in Hertingshausen beziehen. Aus diesem Anlass hat sich bereits ein Unterstützerkreis mit rund 60 Teilnehmern gebildet, der den Flüchtlingen Hilfen aller Art anbieten will - vom Deutschkurs über Fahrdienste, Behördengänge und Kinderbelustigung bis hin zu Beschäftigungsangeboten.

Große Hilfsbereitschaft 

„Die Hilfsbereitschaft hier bei uns ist phänomenal“, sagte Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). Er sei froh um jeden, der einen Beitrag für eine lebendige Willkommenskultur in Baunatal leiste. So werde nun auch die Stadt künftig die Raummiete für den neuen „Kleiderladen“ der IASA übernehmen. Der Bauhof habe bereits die Regale beigesteuert. „Für uns sind die Flüchtlinge ein zentrales Thema, und deshalb hat auch der ,Kleiderladen’ einen zentralen Platz in Baunatal bekommen“, sagte Schaub.

Neukirchen ist glücklich über so viel Anerkennung. „Allein was derzeit an Sach- und Kleiderspenden kommt, ist überwältigend“, sagt sie. Immer montags werde sortiert, dienstags habe dann der „Kleiderladen“ geöffnet. Inzwischen hätten sich rund 50 weitere Personen gemeldet, die die IASA-Initiative unterstützen wollen. HINTERGRUND

Der „Kleiderladen“, Marktplatz 9, ist jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Kleiderspenden können montags in der Zeit von 14.30 bis 15.30 Uhr abgegeben werden. Alle angebotenen Waren sind nur für Flüchtlinge bestimmt.

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