In Hofgeismar lebende Eltern verurteilt

Knochenbrüche bei Kindern: Vater aus Hofgeismar bekommt Geldstrafe

Kassel. Wegen einfacher Körperverletzung durch Unterlassung hat das Amtsgericht einen 31-jährigen Mann aus Hofgeismar zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 10 Euro verurteilt.

Das Schöffengericht mit Amtsrichter Leyhe an der Spitze konnte dem Angeklagten nicht zweifelsfrei nachweisen, dass er seinen beiden erst wenige Wochen alten Zwillingen Anfang 2015 in Baunatal zahlreiche Knochenbrüche zugefügt hatte.

Die ursprüngliche Anklage wegen der Misshandlung von Schutzbefohlenen wurde daher fallen gelassen. Sowohl Staatsanwältin Julia Beinroth als auch Verteidiger Klaus-Uwe Haake hatten Freispruch gefordert.

In dem Haus in Baunatal lebten im Tatzeitraum der Angeklagte und die Mutter der Zwillinge sowie deren Eltern und weitere fünf Kinder.

In dem Haus habe eine „erschreckende Gefühllosigkeit“ geherrscht, sagte Beinroth in ihrem Plädoyer. Die schweren Verletzungen seien den Kindern aktiv zugefügt worden und nicht „aus Versehen“ passiert.

Verletzungen der Babys stammten nicht von Unfällen

Prof. Dr. Reinhard Dettmeyer, Direktor der Gerichtsmedizin an der Uni Gießen, hatte in seinem Gutachten festgestellt, dass die Verletzungen der Kinder unmöglich - wie vom Angeklagten und der Mutter behauptet - durch Unfälle und Stürze entstanden seien konnten. Der Arzt: „Die Kinder sind misshandelt worden.“ Mehrere Rippen, zwei Oberschenkel, Schienbein und Arm seien durch starken Druck, Schläge oder Schleudern gebrochen.

Nur wer den Kindern diese mit großen Schmerzen verbundenen Verletzungen zufügte, konnte das Gericht nicht klären.

Die Staatsanwältin: „Keiner der Erwachsenen in dem Haus ist als Verursacher der Verletzungen auszuschließen.“Angeklagt aber wurde nur der 31-Jährige. Das Ermittlungsverfahren gegen die Mutter war eingestellt, das gegen die Oma gar nicht erst eröffnet worden.

Rubriklistenbild: © imago/Ralph Peters

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