Tathergang ungewiss

Körperverletzung in Baunatal: Verfahren wurde eingestellt

Baunatal/Kassel. Jeder Zeuge erzählte vor dem Amtsgericht eine andere Geschichte über die Prügelei in der Baunataler Birkenallee. Das Verfahren wurde eingestellt, da der Tathergang nicht aufgeklärt werden konnte.

Ärztlich bestätigt waren nur die Verletzungen des Opfers: Prellungen am ganzen Körper, ein Schädelhirntrauma, reichlich blaue Flecken. Wer dem heute 24-Jährigen in dieser Augustnacht des vergangenen Jahres diese Verletzungen beigebracht hat, konnte Amtsrichter Osken nicht aufklären. Das Verfahren wurde eingestellt.

Die beiden 36 und 37 Jahre alten Männer auf der Anklagebank, die ohne Verteidiger auskamen, kommentierten diesen Ausgang des Körperverletzungs-Verfahrens kurz und knapp mit einem Wort: „Super.“

Auch der letzte Zeuge, ein Nachbar im Multi-Kulti-Wohnrevier, gab an, nichts gesehen zu haben, als er den Müll rausbrachte. Da habe sich das Opfer gerade wieder aufgerappelt und sei in die Wohnung gegangen. Dem 37-jährigen Angeklagten, mit dem er mal Fußball gespielt habe, habe er nur kurz zugenickt.

Angeblich soll der Mann gemeinsam mit dem Kumpel den neuen Freund schlimm geschlagen und getreten haben, was beide aber als frei erfunden zurückwiesen. Die Verletzungen habe sich der 24-Jährige wohl selbst zugefügt. Alle Zeugen waren irgendwie mit einem Beteiligten bekannt und jeder erzählte eine andere Geschichte. Welche davon stimmt, war einfach nicht herauszufinden.

Staatsanwältin Manz gab daher auf und beantragte die Einstellung des Verfahrens. Manz zu den Angeklagten: „Ich kann mir schon vorstellen wie man sich als gehörnter Mann fühlt, wenn der neue Freund der Frau um die Ecke kommt.“ Nur für einen Schuldspruch reicht ein Gefühl halt nicht aus.

Dem 37-Jährigen gab die Anklägerin noch einen Rat mit auf den Weg: „Beim nächsten Treffen mit dem Nebenbuhler sollten Sie sich einfach umdrehen und weggehen.“ Das, versprach der Angeklagte, werde er tun.

Rubriklistenbild: © picture alliance /dpa/Wolfram Stein

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