Kommentar über die Fehler der Kirche: Ein Scherbenhaufen

Baunatal.  Es regt sich Widerstand gegen das geplante Flüchtlingsheim im evangelischen Gemeindehaus. Während der Gemeindeversammlung zu diesem Themen hat der Kirchenvorstand sehr ungeschickt taktiert, meint Peter Dilling.

Kostendruck und ein Appell an die christliche Nächstenliebe. Das wird reichen, die Gemeindeglieder davon zu überzeugen, dass die Vermietung des Gemeindehauses an den Landkreis zur Unterbringung von Flüchtlingen eine gute Idee ist. 

Lesen Sie dazu:  Widerstand gegen Flüchtlingsheim in evangelischem Gemeindehaus in Baunatal

Eine grandiose Fehleinschätzung: Während der Gemeindeversammlung schlug dem Kirchenvorstand Protest, ja Wut entgegen. Kampflos, so scheint es, werden die Gläubigen ihr Gemeindehaus nicht hergeben. Diesen Scherbenhaufen hat sich der Kirchenvorstand aber durch ungeschicktes Taktieren selbst zuzuschreiben: Statt mit den einzelnen Gruppen, die das Haus nutzen und viel ehrenamtliche Arbeit hineinstecken, vorher über das Vorhaben zu sprechen, lotete man lieber gleich mit dem Landkreis aus, ob das Gemeindehaus als Flüchtlingsunterkunft attraktiv ist. So entstand - nicht zu Unrecht - bei den Betroffenen der Eindruck, hier würden klammheimlich vollendete Tatsachen geschaffen.

Die Gemeindeversammlung sollte nun wohl die Wogen glätten. Aber auch diese Chance hat der Kirchenvorstand vertan. Auf die drängenden Fragen, wo und wann denn genau die kirchlichen Arbeitskreise wie gewohnt tagen können, hatte er keine Antwort. Der Hinweis von Pfarrerin Christiane Kupski, man verhandele noch mit der Stadt Baunatal, war den meisten viel zu wenig. Der Kirchenvorstand will, dass alle in der Gemeinde zusammenrücken. Nun sieht es eher so aus, dass das Projekt die Gemeinde spaltet. Da ist noch viel Gesprächsbedarf. 

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