47-Jähriger Litauer verurteilt

Vier Jahre und zwei Monate Haft wegen Vergewaltigung

+

Baunatal. Wegen Vergewaltigung und vorsätzlicher Körperverletzung verurteilte die elfte Strafkammer des Landgerichts Kassel einen 47-jährigen Litauer zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren und zwei Monaten Haft.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann unter anderem vorgeworfen, im Oktober vergangenen Jahres eine damals 23-jährige Baunatalerin an der Haltestelle Stadtmitte zur sexuellen Handlung genötigt zu haben. Diesen Vorwurf bestätigte das Gericht.

„Die Beweislage ist erdrückend“, fasste der Staatsanwalt in seinem Plädoyer zusammen. Neben zwei Freundinnen, die den Überfall auf die 23-Jährige von ihrem Balkon aus beobachtet haben, hatten die eingesetzten Beamten der Polizei und die behandelnde Ärztin den Angeklagten belastet.

Die Aussagen des Rechtsmediziners bestätigten, dass der Angeklagte zur Tatzeit, trotz eines Alkoholpegels von 1,8 Promille, zurechnungsfähig gewesen sei. Bei der Verhandlung am 15. November wurden weitere Zeugen der Tatnacht vernommen, die sich mit den Angaben der 23-Jährigen deckten, so der Staatsanwalt.

Richter Rinninsland betonte, dass es keine Hinweise auf eine Einschränkung der Schuldfähigkeit bei dem Angeklagten gegeben habe. Zur Tatzeit sei er zwar alkoholisiert gewesen, seine Handlungen waren bei der Tat allerdings zielgerichtet, so Rinninsland.

Die Staatsanwaltschaft forderte insgesamt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren sowie ein Schmerzensgeld von 5000 Euro. Die Verteidigerin des Angeklagten hingegen sah nur einen Teil der angeklagten Tat bewiesen, den Vorwurf der sexuellen Belästigung und beantragte Freispruch. Das Gericht sprach den Angeklagten letztlich wegen Vergewaltigung und vorsätzlicher Körperverletzung schuldig, blieb mit der verhängten Freiheitsstrafe aber unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Zudem muss der 47-Jährige ein Schmerzensgeld in Höhe von 5000 Euro zahlen. Für den Litauer bedeutet die Verurteilung eine Fortdauer der Haft. Er sitzt bereits seit Juli 2017 im Gefängnis. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte hat die Möglichkeit, Revision einzulegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.