Ehrenamtliche Einsätze

Elternpaten-Modell: Landsleute sollen Flüchtlingen helfen

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Hilfe für Flüchtlinge: Im Stadtteilzentrum Baunsberg gibt es das Elternpaten-Modell. Die Paten kümmern sich um ausländische Eltern, etwa bei Behördengängen. Das Bild mit den Flüchtlingen in einer Unterkunft stammt aus Ellwangen (Baden-Württemberg).

Baunatal. Die Stadt Baunatal wartet noch auf die große Flüchtlingswelle. Ehrenamtlicher Einsatz wird dann gefragt sein.

Neben der seit Jahrzehnten bestehenden Flüchtlingsinitiative „Aufnehmen statt ablehnen“ (IASA), die als Betreuer bereits fest eingeplant sind, könnte auch ein weiterer ehrenamtlicher Kreis als Helfer für die zu erwartenden Flüchtlinge ins Spiel kommen: Das interkulturelle Elternpaten-Modell im Stadtteilzentrum Baunsberg hat sich gut etabliert.

Die Idee dahinter: Bürger mit ausländischem Hintergrund helfen Eltern, die aus dem gleichen Kulturkreis stammen, Sprachprobleme und andere Hürden in der neuen Heimat zu überwinden.

Geschäftsführerin: Manuela Döring. Foto: Dilling

Vor drei Jahren ist dieses Projekt gestartet und verzeichnet eine wachsende Nachfrage. Inzwischen gebe es zehn Paten - ganz überwiegend selbst Mütter - die sich um ausländische Eltern kümmern, welche zwar oft schon einige Jahre in Baunatal leben, aber immer noch Probleme haben, sich bei Behördengängen zu verständigen oder das Schulsystem in Deutschland zu verstehen, sagt Manuela Döring.

Sie koordiniert als Geschäftsführerin des Fördervereins Stadtteilzentrum, der das Projekt finanziert, die Arbeit der Paten und kümmert sich um deren Fortbildung. Zwei weitere Frauen, die aus Iran und Syrien stammen, wollen sich demnächst als Paten engagieren.

Anfragen aus Schulen

Es gebe beispielsweise viele Anfragen aus Schulen, berichtet Döring. Die Paten klärten dann Eltern über das Unterrichtssystem in Deutschland und Fördermöglichkeiten für ihre Kinder auf und ermunterten sie, die Elternabende zu besuchen. Vorher seien die Paten beispielsweise in Ausländerrecht, Asylrecht, Sprachförderung, frühkindlicher Bildung und Erziehungshilfe geschult worden, sagt Döring.

Sie können auch in zahlreichen Sprachen übersetzen, darunter türkisch, arabisch, russisch und farsi. Sie habe inzwischen sogar Anfragen von der Flüchtlingsunterkunft Wolfhagen und auch aus Kassel erhalten. Auch im Kasseler Jobcenter werde die unentgeltliche Unterstützung der Paten aus Baunatal geschätzt, berichtet die Geschäftsführerin des Fördervereins. Vor allem wegen der erheblichen Fahrtkosten sind Spenden willkommen.

Kürzlich hat die Filiale von C&A im Ratio-Land Hertingshausen 2000 Euro im Rahmen des eine Million schweren Benefizprogramms der Bekleidungshäuser-Kette an den Förderverein gespendet. (pdi)

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