Mäuseloch an Mäuseloch: Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen

Betroffene Grünfläche: Das Bild zeigt eine von Mäuselöchern übersäte Fläche zwischen Großenritte und Besse auf einem unbefestigten Wirtschaftsweg. Foto: Hanika / nh

Baunatal. Zwei milde Winter in Folge haben die Zahl der Mäuse nach oben schnellen lassen. Deutlich sichtbar sind die vielen Mäuselöcher beispielsweise auf den Grünflächen zwischen Großenritte und Besse.

„Es ist enorm. Auf Grünflächen und Feldrändern, bei denen es keine Bodenbearbeitung gibt, reiht sich Mäuseloch an Mäuseloch“, sagt Dierk Koch, Fachratsreferent für Düngung und Boden beim Landesbetrieb Landwirtschaft auf HNA-Anfrage. „Momentan hört man, dass vor allem Grünlandbetriebe betroffen sind“, ergänzt Ruben Gödecke, Referent für Versuchswesen beim Pflanzenschutzdienst Kassel. Genau sagen könne man das aber noch nicht.

Laut Koch hat es zuletzt vor fünf oder sechs Jahren einen so hohen Mäusebefall gegeben. Das liege daran, dass die vergangenen beiden Winter mild waren. „Es gab keinen Bodenfrost. Dadurch hat sich der Mäusebestand nicht nach unten reguliert“, erklärt er.

Das hat Konsequenzen für die Landwirtschaft. „Wir müssen die Flächen regelmäßig begehen und ständig kontrollieren“, so Koch. Wird das nicht gemacht wird, kann die ganze Ernte auf befallenen Flächen zerstört werden. „Ohne Kontrolle kann es zu Totalausfällen kommen“, erklärte der Landwirt. Momentan seien Winterweizen und Winterraps auf den Feldern gesät. „Bei starken Mäuseschäden müssen Felder neu bestellt werden“, sagt er weiter. Dann werde Sommerweizen, Gerste oder Mais angebaut.

Eine Feldmaus: Werden es zu viele, entstehen schnell große Schäden auf den Feldern. Foto: nh

Wie hoch der durch Mäuse entstandene Schaden ist, ist noch unklar. „Bislang können wir die Schäden noch nicht genau beziffern. Wir wissen noch nicht genau, wie viel Anbaufläche betroffen ist“, erklärte Koch. Aber es seien einige Schäden festgestellt worden.

Um diese zu begrenzen, werden Mittel zur Mäusebekämpfung eingesetzt. „Dabei tritt man zuerst auf einer bestimmten Fläche die Mäusebaue zu“, erklärt Ruben Gödecke vom Pflanzenschutzdienst Kassel. Graben die Mäuse die Baue wieder aus, wisse man, dass diese dort noch aktiv sind.

„Gegen die Mäuse wird auf landwirtschaftlichen Flächen chemisch behandelter Giftweizen eingesetzt“, so Gödecke. Fünf bis zehn Körner davon werden mit einer sogenannten Legeflinte in die Mäusebaue eingelegt.

„Sehr wichtig ist, dass die Mäusebaue danach zugetreten werden“, so Gödecke. So werde gewährleistet, dass nur Mäuse und keine anderen Tiere, wie frei laufende Hunde, die behandelten Körner fressen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.