Mit vier Werksleitern gearbeitet

Mister Volkswagen: Werkssprecher Rudi Stassek geht nach Hannover

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Wechselt in die VW-Konzernrepräsentanz nach Hannover: Rudi Stassek.

Kassel / Baunatal. Er war als Pressesprecher 14 Jahre lang Gesicht und Stimme des Volkswagen-Werks Kassel in Baunatal.

Er hat beruflich drei Werkleiter über- und einen weiteren erlebt und zahlreiche Höhen und Tiefen gesehen. Mister Volkswagen Rudi Stassek.

„Das ist genug“, sagt der 63-jährige Medienprofi, der – wie berichtet – künftig in der Konzernrepräsentanz in Hannover die Strippen zwischen Europas größtem Autobauer auf der einen sowie Politik, Hochschulen, Verbänden, Wissenschaft und Kunst auf der anderen Seite ziehen und Pressekonferenzen organisieren wird.

„Ich freue mich auf neue Aufgaben, Projekte und Menschen“, sagt Stassek. Im Übrigen sei es durchaus üblich, dass bei einem Werkleiterwechsel auch der Sprecher ausgetauscht werde. „Ein neuer Trainer bedeutet meist auch neue Spieler“, bedient er sich als Mitglied des Beirates des KSV Hessen Kassel und Förderer des Vereins eines Bildes aus der Fußballwelt.

Der zumindest nach außen hin stets fröhlich wirkende, freundliche und verbindliche Schalträger wird Kassel deshalb aber nicht verlassen. Stassek bleibt mit seiner Ehefrau hier. Der begeisterte Camper wird auch künftig auf Wanderungen mit Hündin Anni und seiner Kamera-Ausrüstung im Habichtswald entspannen. Die drei erwachsenen Kinder sind aus dem Haus. Eine Tochter hat ihm bereits einen Enkel geschenkt.

Der in Marienbad in Tschechien geborene Werksprecher siedelte als 16-Jähriger mit Mutter, Schwester und Bruder nach Nordhessen über, absolvierte bei VW eine Werkzeugmacherlehre und studierte danach Sozialwesen.

Anschließend arbeitete er zwölf Jahre als persönlicher Referent des damaligen Betriebsratsvorsitzenden und Europa-Abgeordneten Karl-Heinz Mihr, wechselte als Personalleiter zu Skoda und kehrte als Chef der Krankenkasse VW BKK heim.

Die Zeit mit dem unlängst ausgeschiedenen Werkleiter Hans-Helmut Becker bezeichnet Stassek etwas wehmütig als die „spannendste Phase meines Berufslebens“. Der Umbau des Standorts zu einem der erfolgreichsten Werke im gesamten Konzern – intern „Kasseler Weg“ genannt – habe viel Schweiß gekostet, aber auch große Freude bereitet. Der „Kasseler Weg“ beschreibt die enge Zusammenarbeit von Werkleitung und Betriebsrat im Interesse des Standorts und seiner Mitarbeiter. Becker und dessen Team steigerten die Produktivität binnen Jahren erheblich und machten den Standort zukunftsfähig.

Entlassungen gab es deshalb aber nicht. Im Gegenteil: Die Zahl der Mitarbeiter wuchs um mehr als 3000 auf aktuell 16.600, weil wegen der besseren Kostenstrukturen neue und aufwendigere Produkte sowie Investitionen in Milliardenhöhe nach Kassel geholt wurden. Stassek begrüßt, dass der neue Werkleiter, Falko Rudolph, und Betriebsratsvorsitzender Carsten Bätzold „diesen vor Jahren eingeschlagenen und bewährten Weg kraftvoll fortsetzen wollen“.

Von José Pinto

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