Leseförderung für Kinder 

Mit Maus und Tiger lesen üben: Stadtbücherei Baunatal bietet neue App

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Hin und weg von der Buch-App: Ole (links) und Annabel Escher, Matthis und Thorben Reintanz und Malik Cihanoglu.

Baunatal. Durch Smartphones, Tablets und Co. haben viele Kinder immer weniger Zugang zu Büchern. Am heutigen Tag der jungen Leser stellen wir ein Förderungsprojekt der Stadtbücherei Baunatal vor, dass Kindern den Weg zum Lesen neu ebnet.

Gebannt schauen fünf Augenpaare auf ein Tablet. Nein, hier läuft kein Film: Die Kinder zwischen vier und acht Jahren lesen ein Buch. Allerdings spricht dieses Buch mit ihnen, bindet sie in die Geschichte ein, lotst sie mit kleinen Tipps durch die Handlung: „Fünf kleine Mäuschen verstecken sich im Häuschen“ heißt die digitale Geschichte, die wie eine Mischung aus Bilderbuch, Hör- und Computerspiel teils mit Text und teils mit Bildern und Animationen daherkommt. 

All das geht mithilfe der App „TigerBooks“, die die Stadtbücherei Baunatal seit rund zwei Wochen mit acht Lizenzen für ihre Mitglieder anbietet (siehe Hintergrund). Darauf lassen sich mehrere Bücher speichern, die dann das Tiger-Maskottchen Tigo für die jungen Leser verwaltet. Die Kinder brauchen keine zwei Minuten und schon haben sie sich mit der Bedienung vertraut gemacht – auch wenn manche von ihnen noch nie ein Tablet in der Hand hatten.

Ole Escher, der am liebsten Räuber Hotzenplotz vorgelesen bekommt, ist Feuer und Flamme: „Mir macht es viel Spaß, die Mäuse zu suchen und auch die Bilder sind toll“, schwärmt der Sechsjährige. Das Gerät ist ihm noch neu, aber die Geschichte nimmt den Schüler der Langenbergschule Baunatal voll mit. Auch Thorben Reintanz (7) ist so gebannt von den weglaufenden Mäusen, dass er immer wieder nach ihnen suchen möchte. Er liest noch nicht lange, hat aber schon ein klares Ziel vor Augen: „Ich möchte bald das Buch “Hurra! Jetzt bin ich Schulkind!“ allein lesen können.“

Leseförderung bei Kindern: Nicht vor neuen Medien verschließen

Leiterin der Stadtbücherei Baunatal: Katja Freitag

„Wir wollen die magische Anziehungskraft von Displays auf Kinder nutzen und sie so zum Lesen bringen“, erklärt Katja Freitag, Leiterin der Stadtbücherei Baunatal. Und warum tut es kein traditionelles Buch? „Viele haben keinen Zugang mehr zu Büchern. Sie bewegen sich in der digitalen Welt, mit Smartphone, Tablets und Computern“, sagt Freitag. Mit der TigerBooks-App wolle man einen Kanal schaffen, der Menschen zum bewussten Lesen bringt, die sonst kaum Berührungspunkte mit Büchern haben.

Die App schaffe zudem Medienkompetenz: „Wir können uns heutzutage nicht mehr vor den neuen Medien verschließen“, betont Freitag. Bei Ole, Thorben und den anderen scheint das Konzept jedenfalls aufzugehen – sie haben sichtlich Spaß.

Hintergrund: App wird auch in Kitas und Horten angeboten

TigerBooks ist eine App, die den Zugriff auf über 2000 Bücher ermöglicht. Diese sind interaktiv und für Kinder zwischen zwei und zehn Jahren angelegt. Die Stadtbücherei Baunatal bietet die App zweigleisig an: Zum einen hat die Bücherei im Rahmen des Projekts „Bilderbuch 2.0“ 17 städtischen Kitas und Horten das Programm zum Test gegeben. Zum anderen hat die Bücherei Baunatal acht Ausleihlizenzen für zwei Jahre gekauft, die Büchereimitglieder umsonst nutzen können – jeweils für zwei Wochen. Dazu müssen Nutzer die App herunterladen und sich bei der Bücherei melden: https://tiger.media/tigerbooks/

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