Besonders Schulkinder betroffen

Nach Fahrplanwechsel: Baunataler müssen auf Bus warten

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Lange Wartezeiten und eine schlechte Anbindung nach Rengershausen: Marion Lissner (von links), Gesa Kiekel und Jana Sternkopf aus Guntershausen, hier an der Haltestelle Söhreblick, wollen wieder eine bessere Busverbindung für ihre Kinder. 

Baunatal. Der Fahrplanwechsel des NVV zum 11. Dezember bereitet vielen Baunatalern Probleme. Besonders Schulkinder sind offenbar betroffen.

„Die Linie 66 kommt morgens 20 bis 30 Minuten zu spät und hat nachmittags die Kinder an der Schule stehen gelassen, obwohl der Bus nicht überfüllt war“, berichtet Sabrina Adel, deren neunjährige Tochter morgens von Hertingshausen zur Langenbergschule in Großenritte fährt.Dass der Bus, der Adels Tochter von Hertingshausen zur Langenbergschule bringen soll, die gesamte erste Woche nach Fahrplanwechsel deutlich zu spät kam, sei schlimm genug. „Wenn meine Tochter eine Stunde warten muss, weil der erste Bus sie stehengelassen hat, geht das gar nicht“, beschwert sich Adel.

Sie habe bereits beim NVV und bei der Deutschen Bahn in Gießen angerufen, die für den Busverkehr verantwortlich sind, habe aber nichts erreichen können. Adel macht sich Sorgen, wie es am heutigen Mittwoch nach der dritten Stunde ablaufen soll, wenn alle Kinder in die Ferien entlassen werden.

Ihre Tochter muss morgens bis zu 30 Minuten warten: Sabrina Adel aus Hertingshausen.

Da sich die Haltestelle Jahnstraße in Sichtweite ihres Hauses befindet, könne sie ab und zu beobachten, dass Menschen an der Haltestelle warten und nach einiger Zeit wieder gehen, weil der Bus nicht komme. „Ich bin maßlos enttäuscht.“

Auch in Guntershausen sind nach dem Fahrplanwechsel Probleme aufgetreten. Jana Sternkopf, Marion Lissner, Gesa Kiekel und Franziska Koch berichten, dass sich vor allem die Verbindung von der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule zurück nach Guntershausen verschlechtert habe. „Die Kinder brauchen jetzt eine Stunde von der Schule nach Hause, weil sie in Altenbauna nun 17 Minuten auf die Linie 67 warten. Das ist zu lang“, kritisiert Sternkopf. Die Regiotram, die am Bahnhof Guntershausen hält, sei keine gute Alternative, weil die Schüler dann 25 Minuten bergauf laufen müssten. „Die Schulranzen sind heutzutage so schwer, das kann man den Kindern nicht zumuten“, sagt Sternkopf.

Vom Landkreis-Gymnasium bis nach Guntershausen sind es etwa zehn Kilometer, sagt Gesa Kiekel. „Zu Fuß läuft man eine Stunde und 15 Minuten, das ist kaum länger als mit dem Bus“, merkt sie an. Sie kritisiert auch, dass man seit dem 11. Dezember den benachtbarten Stadtteil Rengershausen deutlich schlechter erreiche. Die Konfirmanden seien auf diese Bus-Verbindung allerdings angewiesen, weil beide Stadtteile einer Kirchengemeinde angehören. „Die Kinder kommen vom Konfirmationsunterricht nicht mehr zurück“, bemängelt Gesa Kiekel.

Eine Verbindung nach Rengershausen sei nur noch per Anruf-Sammel-Taxi möglich, bedauert sie. Dadurch entstünden drei Nachteile: Das Taxi müsse 30 Minuten vorher bestellt werden, es sei nicht behindertengerecht und koste zusätzlich zur Fahrkarte einen Euro. „Die NVV-Preise sind so schon teuer genug“, sagt Sternkopf. Sie hofft, dass der Schulbus vom VW-Werk nach Guntershausen wieder aktiviert wird, damit die Kinder nicht eine Stunde bis nach Hause brauchen.

Das sagt der Landkreis

In der Woche nach dem Fahrplanwechsel, also vom 12. bis 16. Dezember, verspätete sich die Linie 66 (Schulbus zur Friedrich-Ebert-Schule und Langenbergschule) morgens fast täglich und ließ mittags einmal die Kinder an der Schule stehen. Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel, rechtfertigt die Verspätung auf HNA-Nachfrage.

Unfälle und Bauarbeiten häten die einzelnen Verspätungen des Bussen ausgelöst, erklärt Kühlborn. Mit dem Fahrplanwechsel wurden zudem die Fahrzeiten der Linie 67 (Schulbus zur Brüder-Grimm-Schule und den Gesamtschulen) so geändert, dass die Schüler aus Guntershausen rund eine Stunde für den Heimweg von der Lichtenbergschule brauchen. Bei der Linie 67 habe es im Vorfeld zum Fahrplanwechsel im Dezember einen Austausch zwischen der Schulleitung des Landkreis-Gymnasiums, der Stadt Baunatal und dem NVV gegeben.

Reihe von Verbesserungen

Das Ergebnis sei eine Reihe von Verbesserungen gewesen, aber eben auch eine Verlängerung der Wartezeit für die Schüler, die zur Haltestelle Söhreblick nach Guntershausen wollen. „Eine Wartezeit von 17 Minuten ist aus unserer Sicht vertretbar und eine Verlängerung der Fahrtzeit von 35 auf 50 Minuten ist auch kein Weltuntergang“, betont Kühlborn. 

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