Nach 15 Monaten Bauzeit: Kreuzkirche in Großenritte wiedereröffnet

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Zufrieden mit dem Ergebnis: Christa Palmié und Achim Föth (von links) vom Förderverein machten mit Pfarrerin Ulrike Joachimi vor dem Festgottesdienst einen abschließenden Rundgang durch die sanierte Kirche.

Baunatal. Nach fünf Jahren Planungs- und Bauzeit ist die mehr als 500 Jahre alte Großenritter Kreuzkirche am Wochenende mit einem Gottesdienst eingeweiht worden.

Das Kirchenschiff zeigt sich im Innern in völlig neuem Ambiente. Es ist nun hell, barrierefrei und verfügt über einen variablen Altarraum und eine sehr flexible Bestuhlung. Letzteres gehört zum Konzept: Die Stühle und kleinen Bänke aus Birkenholz in dem Gotteshaus können nach Belieben verschoben und neu angeordnet werden. Das hat seinen Sinn: Die Kirche soll nicht nur zu Gottesdiensten, sondern beispielsweise auch für Ausstellungen und Konzerte genutzt werden. Auch die Sakristei am Eingang ist neu. Dort wurde die Elektrik der Kirche installiert.

Eingang und Zugang zum Altarraum sind nun auch für Rollstuhlfahrer zu bewältigen. Den Zugang zum Kirchengrundstück hat die Stadt Baunatal barrierefrei gestaltet. Ein automatisches Lüftungssystem und die neue Gas-Fußbodenheizung sorgen dafür, dass die Kirche künftig schön trocken bleibt. Feuchte und Schimmel waren der Auslöser für die umfangreiche Innensanierung, die sich Pfarrerin Ulrike Joachimi und der Kirchenvorstand ursprünglich viel bescheidener vorgestellt hatten.

Inzwischen sei man bei den Sanierungskosten schon bei 570.000 Euro gelandet, berichtet die Pfarrerin. Veranschlagt waren mal eine halbe Million Euro. Und noch ist nicht alles erledigt. Die ebenfalls angeschimmelte Orgel wurde zwar für 19.000 Euro gereinigt und das Orgelwerk für rund 20.000 Euro aufgearbeitet.

Und für weitere 20.000 Euro soll das Instrument klanglich noch weiter verbessert werden. Insgesamt fehlten noch 41 000 Euro, die durch Spenden aufgebracht werden sollen, sagte Joachimi. Ende November werde man entsprechende Spendenbriefe verschicken.

Eigentlich sollte die Kirche schon früher wiedereröffnet werden. Doch während der Verlegung der Fußbodenheizung stießen die Arbeiter unter anderem auf Steine, die sich später als ursprünglicher Unterbau des spätgotischen Taufsteins der Kirche herausstellten. Er musste freigelegt und dokumentiert werden. Dieser Sockel ist jetzt über einen Heizungsschacht zugänglich.

Der reibungslose Ablauf der Sanierung ist auch dem großen Engagement des Fördervereins der Kreuzkirche, der rund 80 Mitglieder hat, und dem Engagement örtlicher Vereine und von Sponsoren zu verdanken. Der Förderverein veranstaltete nicht nur Konzerte, um Geld einzuspielen, und sammelte Spenden. Die Mitglieder packten auch mit an. Sie räumten unter anderem die alten Kirchenbänke aus. Einige stehen jetzt in der Kasseler Gaststätte Irish Pub. „Die waren ganz wild drauf“, sagt Christa Palmié vom Förderverein.

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