Nach starken Regenfällen: Die Bauna blieb in ihrem neuen Bett

Entlastung: Der gerade erst fertig gestellte Kanal neben der Brücke in Guntershausen half bei der Durchleitung des Wassers.

Baunatal/Schauenburg. Die starken Regenfälle vom Sonntag haben in einigen Baunataler Stadtteilen zu überfluteten Kellern geführt. Die Feuerwehr verzeichnete zwölf Einsätze. Der Pegel der Bauna stieg ebenfalls bedrohlich an.

Die in den vergangenen Jahren installierten Schutzeinrichtungen entlang des Baches haben aber nach Angaben der Stadt funktioniert. Die einzigen Überflutungen seien in Orten, die nicht direkt an der Bauna liegen, durch Oberflächenwasser entstanden, erläutern Erste Stadträtin Silke Engler und Stadtbrandinspektor Dirk Wicke auf Anfrage.

„Die Bauna hat sich den Weg gesucht, den wir ihr gegeben haben“, betont Engler zum Hochwasserschutz. „Alle Bausteine in Kirchbauna und Guntershausen haben gegriffen.“ In Kirchbauna verzeichneten die Experten ein Durchfluss von 25 Kubikmetern pro Sekunde, maximal sind dort 39 Kubikmeter möglich. In Guntershausen waren es 45 Kubikmeter pro Sekunde, 59 Kubikmeter sind die Höchstmenge. Das Regenereignis hat nach Angaben der Baunataler Vizebürgermeisterin gezeigt, wie wichtig der lokale Schutz in den beiden Stadtteilen ist. Denn die großen Polder Katzenmühle und Schefferfeld bei Hoof und Elgershausen, die im oberen Bereich des Bachlaufes im Notfall schon Wasser auffangen sollen, seien nicht angesprungen. „Dort hat es gar nicht so stark geregnet“, sagt Engler. Ein Großteil des Wassers sei erst unterhalb, etwa ab Großenritte zusammengekommen.

Die Feuerwehr war am Sonntag von 17.30 Uhr bis in den späten Abend zwölfmal im Einsatz. Laut Stadtbrandinspektor Dirk Wicke liefen einige Keller in Großenritte, Altenbauna und Hertingshausen voll. Die Situation sei aber nicht außergewöhnlich gewesen. Vor Ort waren die Wehren aus den drei genannten Stadtteilen.

In den lokalen Hochwasserschutz in Kirchbauna hatte der Hochwasserverband Baunatal/Schauenburg 763 000 Euro investiert. Ein Großteil kam als Zuschuss vom Land Hessen zurück. Unter anderem wurde der Bachlauf der Bauna aufgeweitet. An mehreren Stellen wurden Wälle und Begrenzungsmauern erhöht. Auch die Brücke am Dorfplatz wurde angehoben, damit nach Starkregen mehr Wasser durch das Bauwerk passt.

Für Guntershausen gab der Verband sogar 1,1 Millionen Euro aus. 700.000 Euro kamen vom Land. Unter anderem wurde neben der Straßenbrücke über die Bauna ein Entlastungskanal gebaut. Auch dieses System hat laut Engler jetzt bereits gut funktioniert.

Als letzter Baustein des gesamten Hochwasserprogramms der Kommunen Baunatal und Schauenburg entsteht derzeit im Bereich Hunsrückstraße ein weiterer Polder mit einem Fassungsvermögen für 100.000 Kubikmeter Wasser.

Hochwasser im Bauna-Tal

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