Aktivitäten waren angeblich unbekannt

Neonazi (21) macht Ausbildung beim Kreis: Jetzt droht Rauswurf

Baunatal. Einem 21-Jährigen aus Baunatal droht der Rauswurf beim Landkreis Kassel, wo er eine Ausbildung macht. Er hat sich auf Facebook als Anhänger der NPD geoutet.

Er nahm an der Hooligan-Demonstration gegen Salafisten in Hannover teil, outet sich im sozialen Netzwerk Facebook als Anhänger der rechtsextremen NPD und hetzt immer wieder gegen Flüchtlinge: Einem 21-jährigen Neonazi aus Baunatal droht, deswegen nun seinen Ausbildungsplatz bei der Arbeitsförderungsgesellschaft (Agil) des Landkreises Kassel zu verlieren. Das bestätige Verwaltungssprecher Harald Kühlborn am Donnerstag auf HNA-Anfrage.

Die rechtsextremen Umtriebe des jungen Mannes, der bei Agil zum Mechatroniker ausgebildet wird, flogen auf, als er für den vergangenen Montag seine Teilnahme an der Demonstration von Kagida („Kasseler gegen die Islamisierung des Abendlandes“) in Kassel öffentlich machte. Seitens des Landkreises wurde der 21-Jährige daraufhin zur Rede gestellt. „Man kann nicht behaupten, dass er sich sonderlich einsichtig gezeigt hat“, sagte Kreissprecher Kühlborn im HNA-Gespräch.

Auf die rechtsextreme Gesinnung des Baunatalers habe an der Arbeit nichts hingedeutet. Während der Ausbildung soll sich der als still geltende Lehrling nie politisch geäußert haben. In seinem Führungszeugnis gibt es laut Kühlborn keine Einträge. Wohl auch deshalb will man dem jungen Mann trotz seiner fehlenden Einsicht nun offenbar noch eine Chance geben. Die Landkreisverwaltung hat ihm angeboten, an einem Seminar des Jugendbildungswerks teilzunehmen. Das Ziel: Er soll dem rechtsextremen Gedankengut abschwören.

Sollte dies nicht gelingen, müsse man über einen Auflösungsvertrag nachdenken, sagte Kühlborn. Einfach bei Agil rausschmeißen, so das Ergebnis einer verwaltungsinternen Rechtsprüfung, könne man den 21-jährigen nicht. Sein Verhalten sei „nicht justitiabel“. Laut Kühlborn hält sich der Baunataler zurzeit weiterhin an seinem Ausbildungsplatz auf.

Von Peter Ketteritzsch

Rubriklistenbild: © dpa

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