Neue E-Auto-Säule: In 30 Minuten fast aufgeladen

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Schnellladestation geplant: So wie die Ladesäulen für E-Autos am Baunataler Kino wird auch die Schnellladesäule am Ratio in Hertingshausen aussehen – grün-weiß mit Aufklebern von Partnern der Stadt. 

Baunatal. Im Baunataler Stadtteil Hertingshausen soll bald die nach Angaben der Stadt schnellste Ladestation für Elektroautos in Nordhessen stehen.

Wenn das Wetter mitspielt, soll sie Ende Februar aufgebaut werden, sagt Erste Stadträtin Silke Engler. Direkt am Ratio, also nahe der Autobahn 49, könne dann beispielsweise der E-Golf in 20 bis 30 Minuten bis zu 80 Prozent aufgeladen werden. Bei „normalen“ Ladestationen dauere das mehrere Stunden.

Drei reguläre Ladesäulen gibt es bisher im Stadtgebiet: in Rengershausen, am Cineplex-Kino und an der Shell-Tankstelle, nun folgt die erste Schnellladesäule des Herstellers ABB. „Sie ist bestellt und wird Mitte Februar ausgeliefert“, sagt Silke Engler. Die Stadt kostet die Säule nichts, denn sie war ein Geschenk von Volkswagen zum 50. Geburtstag Baunatals.

Silke Engler

Die bundesweiten Erfahrungen, die Baunatal durch die Mitarbeit an dem neuen Konzept zur E-Mobilität mit mehreren Kommunen gemacht hat, würden zeigen, dass nicht überall Schnellladesäulen notwendig seien. Entlang von Autobahnen seien sie aber schon häufig zu finden. Das war auch ein Kriterium für den Standort am Ratio: Es liegt nah an der A 49. Außerdem wichtig war, Verweilqualität zu bieten, sagt Engler. Auf der grünen Wiese nutze eine solche Station nichts, im Ratio könne man aber einkaufen gehen oder einen Kaffee trinken, während das Auto an der Steckdose hängt.

Bei einem E-Golf könnten dort dann beispielsweise 80 Prozent Aufladung nach maximal 30 Minuten erreicht werden. „Das ist extrem schnell.“ Zum Vergleich: Wer ins Cineplex geht und dort sein Auto an die Ladestation anschließt, hat nach mehr als zwei Stunden die Kapazität, um in jedem Fall nach Hause zu kommen – auch nach Calden oder Zierenberg, sagt die Stadträtin. Für die täglich zu fahrenden Strecken seien diese Säulen ausreichend.

Im ersten Jahr sollen Fahrer von E-Autos an der Super-Säule – wie auch an den anderen in der Stadt – kostenlos „tanken“ können. Damit sollen Elektro-Fahrzeuge weiter ins Bewusstsein der Menschen rücken und animieren, selbst eins anzuschaffen, sagt Silke Engler. Welche Kosten für eine Ladung auf Autofahrer dann einmal zukommen werden, sei noch unklar. Bisher sei auch noch nicht geklärt, wer für die Kosten aufkommt, die im ersten Jahr an der Schnellladesäule anfallen: Entweder Ratio oder aber die Stadt Baunatal.

Mindestens drei Autos täglich

Im Februar oder spätestens März soll die Ladestation aufgebaut sein und „mit vier Säulen ist die Stadt dann erst einmal gut versorgt“. Wie viele Fahrer die Station einmal ansteuern werden, ist unklar. An der Ladesäule in Rengershausen sei es statistisch etwa ein Fahrzeug am Tag, sagt Engler. Bei den Säulen am Kino sind es dagegen drei täglich.

Ob es für die neue Säule Beschilderungen an den Straßen geben wird, ist noch ungewiss. In E-Auto-Portalen sollen sie aber in jedem Fall verzeichnet werden.

Strom wird früher umgewandelt

„Die ABB Terra Schnellladesysteme ermöglichen das schnelle Aufladen von Elektrofahrzeugen mit bis zu 50 KW Ladeleistung“, sagt Thomas Hering vom Vertreib des Herstellers ABB. Anders als bei konventionellen Ladesystemen werde der Ladestrom bereits in der Station in die von der Fahrzeugbatterie verwertbare Stromform – nämlich Gleichstrom – gewandelt und nicht im Fahrzeug. „Das ist es, was den Ladevorgang so besonders schnell macht.“ Gegenüber anderen Schnellladesystemen zeichne sich die ABB-Lösung durch eine effiziente Fernwartungs- und Überwachungsfunktion aus. Dadurch könnten mögliche Funktionsstörungen früh erkannt und Ausfälle vermieden werden.

Mit 50 KW Ladeleistung lässt sich ein BMW i3 in 15 Minuten auf 80 Prozent aufladen. An einer regulären Station dauert das etwa sechs Stunden.

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