Stadt Baunatal favorisiert „Aufräumen“ der Kreuzung

Niedensteiner/Besser Straße in Baunatal: Kreisel ist fast vom Tisch

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Haltelinien sorgen für mehr Sicherheit: An der Einmündung auf die vorfahrtberechtigte Niedensteiner Straße (Mitte) weisen Markierungen auf die Haltepflicht der Autofahrer hin. 

Baunatal. Seit Jahren hat sich die SPD für einen Umbau der engen Kreuzung Niedensteiner/Besser Straße in Großenritte zu einem Kreisverkehr stark gemacht. 2016 war es zu mehreren Unfällen, zuletzt auch mit Verletzten, gekommen.

Doch dieser Plan ist - wenn es nach dem Baunataler Rathaus geht - wegen der horrenden Kosten einer Kreisellösung nun so gut wie vom Tisch: Die Sicherheit auf der Kreuzung könne auf wirtschaftlichere Art sicherer gemacht werden, sagt Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). Die Verwaltung wird in der nächsten Stadtverordnetensitzung im April vorschlagen, diese Kreuzung „aufzuräumen“, wie es der Verwaltungschef ausdrückte: Die Sichtachsen im Schnittpunkt der Straße sollen verbessert, die Kurvenradien großzügiger gestaltet und die Bürgersteige angepasst werden.

Grundlage des Vorschlags waren die Ergebnisse einer Verkehrsschau mit der Polizei vom vergangenen Jahr, die die Verwaltung nun eingehend analysiert hat. „Uns ist signalisiert worden, dass ein Komplettausbau nicht zwingend nötig ist“, sagte Schaub. Die Polizei betrachte die Kreuzung weder als Unfallschwerpunkt noch als einfachen Unfallpunkt. Man habe inzwischen Haltelinien an der Kreuzung markiert. „Das war eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung“, meinte der Bürgermeister. Man habe positive Resonanz von Autofahrern erhalten. Neben den kleinen baulichen Verbesserungen an der Kreuzung will Schaub Leerrohre in den Straßen verlegen lassen. So habe man die Option, bei Bedarf später einmal Ampeln aufzustellen. Die Kosten für die „kleine“ Lösung schätzt die Verwaltung auf unter 100.000 Euro.

Demgegenüber würde der Bau eines Kreisels schätzungsweise bis zu 700.000 Euro kosten. Man habe wegen des dafür nötigen Grundstückerwerbs die Preisforderungen sondiert und festgestellt, dass der Ankauf wirtschaftlich keinen Sinn mache.

Hessen Mobil hatte schon vor längerem signalisiert, dass sich die Behörde wegen fehlender Unfallhäufigkeit nicht an einer Kreisellösung beteiligen werde. Ursprünglich war die Idee gewesen, ein älteres Haus an der Einmündung Niedersteiner/Besser Straße abzureißen. Die Stadt hatte es angekauft und als Notunterkunft genutzt. Entscheidend für den Kauf seien damalige Pläne des Edeka-Markts gewesen, sich an der Kreuzung zu vergrößern, sagte Schaub. Edeka habe später sein Vorhaben aufgegeben.

Mit den Bauarbeiten an der Kreuzung wird es so schnell nichts werden. Denn zunächst stehen die gerade begonnenen Kanal- und Straßenbauarbeiten in der Straße „Unter den Linden“ auf dem Programm. Diese werden sich bis ins nächste Jahr ziehen. Es bestehe aber auch kein Grund zur Eile, sagte Schaub.

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