Zu wenige Tickets verkauft

Nach Absage des Oben-Festivals: Unklar, ob Tickets erstattet werden

+
Viele freiwillige Helfer im Einsatz: Das Bild entstand beim Aufbau für das Oben-Festival 2016. Die dritte Auflage wird es nun nicht geben.  

Baunatal. Die Veranstalter des Oben-Festivals in Baunatal kämpfen nach der Absage um Schadensbegrenzung. 

Gab es mit dem Hessentag in Korbach und dem dortigen Auftritt von Cro, mit dem Electronic-Festival Collapse in den Kasseler Messehallen am 26. Mai und dem Mega-Event Rock am Ring zu große Konkurrenz für das handgemachte Oben-Festival in Baunatal? Wurden deshalb vor der dritten Auflage der Veranstaltung am 2. Juni an der Knallhütte zu wenig Tickets verkauft? Auch einen Tag nach der Absage des Oben ist Mitorganisator Jürgen Truß weiter am Grübeln. Wegen zu geringer Nachfrage nach Karten hatten die Oben-Macher die Veranstaltung am Mittwoch offiziell abgesagt.

Vor allem junge Leute hätten wenig Geld und hätten sich wohl diesmal für eine der anderen Veranstaltungen entschieden, vermutet Truß. „Und eben nicht für uns.“ „Wir haben sehr viel Arbeit und sehr viel Geld da reingesteckt“, sagt er weiter. „Unser Geld ist sowieso weg.“ Vor allem die kleinen Mitstreiter des Oben-Festivals, wie Standbetreiber, blieben jetzt weitgehend auf den Kosten sitzen.

Glück haben die Musikfreunde, die Tickets über den HNA-Kartenservice gekauft haben. „Die Kunden bekommen den vollen Preis ausgezahlt, inklusive Vorverkaufsgebühr“, sagt Regine Vater, Leiterin des HNA-Kartenservice. Ob die Käufer, die über andere Agenturen bestellt haben, ihr Geld erstattet bekommen, ist laut Truß noch nicht sicher. Der Veranstalter kämpfe darum, „dass die Leute möglichst viel zurückbekommen“, sagt er. Die Käufer sollten sich über die Internetseite des Oben-Festivals und über die Facebook-Seite weiter informieren.

Auch mit den gebuchten Bands verhandeln die Organisatoren derzeit. Es gebe aber Bands, „die wollen ihre volle Gage haben“, sagt Truß. Für den Veranstalter ist jetzt in erster Linie wichtig, eine Insolvenz zu vermeiden.

Ob das Oben-Festival nun für immer tot ist, darüber will sich Jürgen Truß jetzt noch keine Gedanken machen. „So weit kann ich noch gar nicht denken“, sagt er. „Die jetzige Konstellation ist eine Katastrophe. Da werden wir nichts mehr retten können.“

Die Veranstalter hätten nach eigenen Angaben etwa 2500 zahlende Gäste für das Oben-Festival gebraucht, um kostendeckend arbeiten zu können. Nach Informationen der HNA wurde diese Zahl im Vorverkauf bei Weitem nicht erreicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.