Polizei zieht um: Elf Kameras rund ums neue Revier in Baunatal

Alles im Blick: Andreas Schumacher (links) und Oliver Kleinert testen derzeit die Sicherheitstechnik im neuen Polizeirevier Süd-West in Baunatals Innenstadt (kleines Foto). Bis Anfang März sollen 100 Beamte dort einziehen. Derzeit läuft noch nur ein Probebetrieb. Fotos: Kühling

Baunatal. Wer sich dem neuen Polizeirevier Süd-West in Baunatal nähert, der gerät unweigerlich in den Kontrollbereich von Überwachungskameras.

Ob an den Eingängen, in der Tiefgarage und sogar im Zellentrakt sind die elektronischen Augen montiert.

Die Übersicht über die Bilder haben die beiden Beamten auf der Wache am Eingang. Auf mehreren Monitoren blicken sie - völlig abgeschottet durch elektronisch gesicherte Türen - in alle Ecken des Geländes.

„Wir haben eine Rundumüberwachung des gesamten Gebäudes“, sagt Revierleiter Henning Hinn zur neuen Sicherheitstechnik. „Die elf Kameras werden über Bewegungsmelder gesteuert. Wenn sich jemand nähert, schaltet die Kamera drauf.“

Mit der Technik habe man beim Bau des Reviers die aktuellen Sicherheitsrichtlinien des Landeskriminalamtes umsetzen müssen, erläutert Hinn. Damit sei zumindest vermieden worden, dass ein Zaun hätte um das Gebäude gebaut werden müssen. Hinn sieht den Einsatz der Technik mit gemischten Gefühlen, grundsätzlich habe er lieber viel Transparenz - auch gegenüber dem Bürger. In diesen Tagen kommen die Möbel für das neue Revier an der Friedrich-Ebert-Alle nahe der Baunataler Innenstadt. Allein 110 Spinde müssen die Helfer in die oberste Etage schleppen. Schließlich muss sich jeder Beamte, jede Beamtin im Gebäude umziehen können.

Spartanisch ausgestattet: Diese Zelle ist nur mit einer Liegefläche (Matratze kommt noch), einer Toilette und einem Waschbecken eingerichtet.

Beim Rundgang durchs Haus fallen die langen Gänge auf. Das zweigeschossige 5,5 Millionen Euro teure Polizeirevier bietet mit rund 2000 Quadratmeter Nutzfläche gegenüber dem alten Haus Am Goldacker mehr als doppelt soviel Platz.

Es gibt Vernehmungsräume, einen Fitnessraum, einen Muter-Kind-Raum, Sozialräume, Umkleideräume, einen großen Besprechungsraum mit Technik für eine größere Lage und auch vier Zellen. Bis zu 24 Stunden, so sagt der Revierleiter, dürfe die Polizei einen mutmaßlichen Straftäter dort festhalten. „Bis wir einen Richter erreichen.“

Vor dem Weg in eine der Zellen müssen Verdächtige durchsucht werden. „Das fand im alten Gebäude auf dem Gang statt, jetzt haben wir dafür einen extra Raum.“

Spartanisch eingerichtet präsentieren sich die Zellen. Es gebe zwar Fußbodenheizung, erläutert Hinn. Aber mehr als eine Matratze, eine Decke, eine Liegefläche und in einer Zelle eine Toilette samt Waschbecken sei nicht vorgesehen. „Es darf sich ja auch niemand hier drin verletzten.“

Und dann nochmal zurück zum Thema Sicherheit: Einen Tresen - so wie im alten Revier am Goldacker - an dem die Beamten Besucher möglicherweise auch nur für eine Anfrage empfangen können, gibt es im neuen Revier nicht mehr. Ein erstes Gespräch ist nur über eine Sprechanlage im Vorraum möglich.

Bis auf diese wenigen Einschränkungen für mehr Sicherheit ist Revierleiter Henning Hinn mit dem Neubau äußerst zufrieden. Fitnessraum, dreiteiliger Besprechungsraum, Vernehmungszimmer und Tiefgarage mit 15 Plätzen - in fast jedem Teil des neuen Hauses sagt er: „Das ist unser ganzer Stolz.“

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