Freiwillige Feuerwehr nicht einsatzbereit

Probleme in Hertingshausen: Nachbarwehren müssen helfen

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Ein Bild aus besseren Tagen: In der Freiwilligen Feuerwehr Hertingshausen brodelt es seit geraumer Zeit. Mittlerweile existiert die Einsatzabteilung nicht mehr und auch die Jugendfeuerwehr hat sich aufgelöst.

Baunatal. Die Probleme um die nicht mehr einsatzbereite Freiwillige Feuerwehr im Stadtteil Hertingshausen sind immer noch nicht gelöst.

Trotz der aus dem Rathaus gesteuerten Werbe-Kampagnen zeichnet sich noch keine Reaktivierung der Einsatzabteilung ab.

Die Folge: Wenn es in Hertingshausen brennt, müssen Nachbarwehren ausrücken. Das noch einsatzbereite Löschfahrzeug bleibt in der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr stehen.

Der Stadt ist es trotz der Werbemaßnahmen und vieler Gespräche auch mit Firmen offenkundig nicht gelungen, die Feuerwehr im Stadtteil nach der Entlassung der Wehrführung neu aufzustellen. Das gilt auch für die Jugendfeuerwehr, dem einstigen Paradestück unter vergleichbaren Abteilungen im Stadtgebiet, die bis zuletzt noch vom ehemaligen Feuerwehrchef Frank Schubert zusammengehalten wurde und sich danach auf andere Wehren verteilte.

„Sorgen um die Sicherheit müssen sich die Bewohner nicht machen.“ Der Brandschutz in Hertingshausen werde derzeit von den einsatzbereiten Wehren in Altenbauna, Großenritte, Guntershausen und Kirchbauna gewährleistet, die bei der Erst-Alarmierung mit aufgeschaltet seien, sagte Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) auf Anfrage der HNA.

Der Rathauschef und Stadtbrandinspektor Dirk Wicke wollen indes ihre Reaktivierungsbemühungen fortsetzen: „Wir planen für Hertingshausen eine Wiedergründungsveranstaltung“, so der Bürgermeister vor einigen Tagen. Davon wisse er noch nichts, sagte Kai Fischer vom Vorstand des Feuerwehrvereins Hertingshausen. Der 42-jährige Automobilkaufmann, der zuletzt als stellvertretender Wehrführer aktiv mit dabei war, will sich aber bereithalten und den Neuaufbau unterstützen. „Wir sind gesprächsbereit. Die Initiative muss aber von der Stadtverwaltung ausgehen“, sagte Fischer auf Anfrage.

Auf den ehemaligen Wehrführer können die Verantwortlichen nicht mehr setzen. Frank Schubert steht nach Informationen der HNA aufgrund der vielen Querelen „mit unendlich aufreibendem internem Schriftverkehr“ für Aufgaben innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Hertingshausen nicht mehr zur Verfügung.

Der personelle Aderlass der Freiwilligen Feuerwehr Hertingshausen ist kein Einzelfall. In vielen anderen Wehren ist die Zahl der Einsatzkräfte rückläufig, stehen Wehren vor dem Aus. Zusätzliche Probleme entstehen durch die mangelnde Erreichbarkeit am Tag. Oft sind zwischen 7 und 17 Uhr nicht einmal 20 Prozent der Mannschaftsteile verfügbar.

Um die Personalnot in den Wehren zu lindern, gibt es an manchen Stellen Überlegungen, Auszubildende aus dem Rathaus oder bei kommunalen Kläranlagen in der Feuerwehr einzusetzen und Interessenten oder bereits Aktiven freien Eintritt in Schwimmbäder oder bei Veranstaltungen zu gewähren.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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