Prof. Dr. Reinhard Nöring leistete Beitrag gegen Stress am Arbeitsplatz

Leiter des Gesundheitswesens bei VW geht nach 28 Jahren in den Ruhestand

Geht mit 65 Jahren in den Ruhestand: VW-Gesundheitschef Prof. Dr. Reinhard Nöring. Das Bild ist in der im Jahr 2010 eröffneten Gesundheitsstation entstanden, die er mit aufgebaut hat. Foto: Nickoll

Baunatal. Auf der Internetseite der IG Metall geht es nur um ein Gesundheits-Thema: Stress am Arbeitsplatz. So naheliegend das in Zeiten von Burnout und Co. ist, so erfolgreich scheint das VW-Werk in Baunatal damit fertig zu werden.

Einen wichtigen Beitrag dazu hat Prof. Dr. Reinhard Nöring geleistet. 28 Jahre Leiter des Gesundheitswesens, geht er am Mittwoch in den Ruhestand. Dr. Heidrun Dietrich, stellvertretende Werksarztleiterin, folgt ihm nach.

Heidrun Dietrich

„Die Zahl von psychischen Krankheiten steigt bei VW bei Weitem nicht so steil wie insgesamt“, sagt der 65-jährige Nöring. Angefangen hatte er als Werksarzt, eher zufällig: Als Internist im Elisabethkrankenhaus fragte ihn ein VW-Arzt, ob er wechseln wolle. Der Einstieg in die „vollkommen andere Welt“ sei zunächst schwer gewesen: Nur um die Frage zu beantworten, „Wie finde ich eigentlich was?“, habe er lange gebraucht. „Spannend war, mit allen Krankheitsbildern in Kontakt zu kommen.“ Vor allem Hautkrankheiten seien früher ein großes Problem gewesen. Aggressive Reinigungsmittel wurden eingesetzt, um das Motoröl von der Haut zu bekommen. Durch Nörings Einsatz ist die betroffene Mitarbeiterzahl mit Hautkrankheiten um 70 Prozent gesunken.

Früher ging es um die Frage krank oder nicht krank. „Vorsorge war den Führungskräften vorbehalten.“ Heute geht es um die Prävention für alle. Vor sechs Jahren wurde deshalb ein Gesundheits-Checkup ins Leben gerufen: Mitarbeiter gehen regelmäßig zu Untersuchungen. Laufen, Rudern, Aquafitness, aber auch Entspannungskurse in der Mittagspause, gehören auch dazu. „Dabei setzen wir auf absolute Selbstbestimmtheit“, sagt Nöring. Ein relativ sicherer Arbeitsplatz und die Möglichkeit, sich etwa bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes einzubringen, vermindern den Stress ungemein.

Seine Führungsphilosophie beschreibt er so: „Ohne Widerspruchsgeist kann man seine Ziele nicht umsetzen, besser ist es, Stein für Stein aus dem Weg zu räumen.“

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