Arbeiten am Bahnhof Altenbauna bald fertig 

Weichen für Radautobahn nach Kassel sind gestellt: Neuer Zugang ohne Barriere

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Hier geht’s bergab: Mit leichtem Gefälle führt die neue Rampe in die Unterführung. Schon bald können Radfahrer, Fußgänger und Rolli-Fahrer den Weg in Richtung VW-Werk und nach Kassel nutzen.

Baunatal. Drei Radautobahnen auf einer Länge von insgesamt 32 Kilometern sollen in den nächsten Jahren aus dem Umland nach Kassel gebaut werden. In Baunatal wurden bereits die Weichen gestellt. 

Immer mehr Pendler aus dem Umkreis der Stadt Kassel sollen einmal mit dem Rad zur Arbeit fahren können. Mit E-Bikes und Muskelkraft rollen sie mit 30 bis 40 km/h auf gut ausgebauten und abends beleuchteten Radschnellwegen zügig in die Stadt oder wieder zurück. So sieht der Plan der Radautobahnen aus. In Baunatal haben die Arbeiten bereits begonnen:

Der Vorplatz des Bahnhofes Altenbauna am VW-Werk ist kaum wiederzuerkennen. Während noch vor wenigen Wochen ein in die Jahre gekommener Kiosk und ein daran angrenzender Parkplatz im Charme der 60er-Jahre das Bild prägten, blickt der Besucher jetzt auf eine moderne Verkehrsanlage mit barrierefreier Unterführung für Radfahrer, Fußgänger und Rolli-Fahrer.

Die beste Nachricht für alle Nutzer hat Karsten Brede vom Bauamt der Stadt Baunatal im Gepäck: „Zur Weihnachtspause werden wir fertig werden. Wenn das Wetter mitspielt“, sagt er. Das bedeutet, dass das vor allem für Radfahrer gefährliche Nadelöhr der Vergangenheit angehört. Täglich wird der Bereich von Hunderten VW-Beschäftigten genutzt, die etwa aus dem Wohngebiet Baunsberg und von den Straßenbahnhaltestellen der Linie 5 kommen. Seit dem Beginn der Umbauarbeiten mussten sich Fußgänger und Radfahrer zudem über ein schmales Provisorium entlang der benachbarten Landesstraße drängen.

730.000 Euro für den Tunnel

Auf der anderen Seite: Vom Gerhard-Fieseler-Weg aus geht es über diesen neu gestalteten Abschnitt in den Tunnel.

730 000 Euro hat die Stadt Baunatal in den barrierefreien Umbau des Tunnels investiert, 450 000 Euro kommen als Zuschuss vom Land Hessen. Die neue, vier Meter breite Rampe für Radler gilt gleichzeitig als Lückenschluss in der Radwegeverbindung zwischen Kassel und Baunatal. Und sie ist schon Teil der Planungen für eine Radautobahn Richtung Kassel, die offiziell Rad-Direktverbindung genannt wird (Artikel unten).

In den Tunnel hinein führt jetzt ein geschwungener Weg mit einem Gefälle von maximal sechs Prozent. An den Seiten ist die Anlage mit Betonsteinen verkleidet, die der Optik von Natursteinen sehr nahe kommen.

Wände neu streichen

Der Tunnel selbst, der die Gleise des Hessischen Landesbahn (HLB) zum VW-Werk unterquert, bleibt laut Brede in der Grundsubstanz bestehen. Allerdings werden die Wände gereinigt und neu gestrichen. Und im gesamten Abschnitt werden energiesparende LED-Leuchten installiert. Federführend bei dem Beleuchtungskonzept seien die Baunataler Stadtwerke, erläutert der Rathausmitarbeiter.

Provisorium: Derzeit müssen Radfahrer wie hier Reinhard Grusie diesen beschwerlichen Weg neben der Landesstraße bewältigen.

Wenn Fußgänger auf der Westseite nicht die neue Rampe nutzen wollen, dann können sie parallel dazu an der Lindenallee auch weiterhin einfach über die Treppe hinunter in die Unterführung gehen. Die Stufen wurden laut Brede ebenfalls durch das Aufbringen von Betonsteinen modernisiert.

Gleiches gilt für den Anschluss des Gerhard-Fieseler-Weges auf der Ost-Seite der Unterführung. Das Teilstück wird neu gestaltet und erhält neue Straßenlaternen.

Schon in dieser Woche werden die Wege asphaltiert. Karsten Brede ist optimistisch, dass die Restarbeiten jetzt zügig über die Bühne gehen. „Wir sind mit Hochdruck dran.“

Baunatal hat Trasse für Radautobahn

Drei Radautobahnen sollen in den nächsten Jahren aus dem Umland nach Kassel gebaut werden. Dazu erarbeitet das Kasseler Büro LK Argus im Auftrag des Zweckverbandes Raum Kassel (ZRK) derzeit eine Machbarkeitsstudie, die Trassenvorschläge entlang bestehender Wege und Straßen für die drei so genannten Rad-Direktverbindungen beinhaltet. Für Baunatal sei die Route bereits untersucht worden, berichtet Hartmut Wicke aus dem Baunataler Rathaus. Die Radautobahn Richtung Kassel soll laut Wicke am Europaplatz beginnen. 

Von dort aus führt die Trasse über die Friedrich-Ebert-Allee, die Heinrich-Nordhoff-Straße, die Döhne-Kreuzung und den Zwehrener Weg zur Straßenbahnhaltestelle Baunsberg. Über eine Fußgängerbrücke rollen Radler weiter in die neue Unterführung am Bahnhof Altenbauna (Artikel oben). Von dort geht es weiter über den Gerhard-Fieseler-Weg Richtung Kassel-Oberzwehren. 

Die Rad-Direktverbindung - für eine größere Ansicht bitte oben rechts auf "Medienzoom" klicken.

„Wie es in Kassel weitergeht, weiß ich nicht“, sagt Wicke. Dem Vernehmen nach sind im Kasseler Rathaus die Planungen noch längst nicht abgeschlossen. Das sorgt wohl auch dafür, dass das Büro LK Argus die Machbarkeitsstudie nicht wie geplant zum Ende des Jahres vorlegen kann. Untersucht werden sollen jedenfalls Rad-Direktverbindungen in einer Länge von insgesamt 32 Kilometern. Startpunkte für die beiden anderen Arme neben Baunatal sind die Stadt Vellmar und die Gemeinde Kaufungen

Von Lohfelden aus ist eine Art Nebenstrecke geplant. Keine engen Kurven Die bis zu fünf Meter breiten Radwege müssen besondere Voraussetzungen erfüllen. Unter anderem müssen sie durch wenige Ampeln unterbrochen sein. Außerdem dürfen die Kurven keine zu engen Radien haben. Schließlich sollen Radfahrer zügig vorwärtskommen. 

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