Drei weitere Tiere verschwunden

Rätsel um tote Kaninchen: Großenritterin fand im Gehege fünf tote Tiere

Traurig über den Verlust: Sina Borowski vor dem inzwischen leer geräumten Freigehege. Im Hintergrund ist das zerrissene Netz zu sehen. Rehpinscher Tiffy war nachts nicht zu Hause, er war bei einer Freundin. Fotos: Wienecke

Baunatal. Das Hobby von Sina Borowski aus Großenritte ist das Züchten von Kaninchen. Am Mittwochmorgen erlebte sie beim Blick ins Gehege aber eine böse Überraschung.

„Die Tiere geben mir viel zurück. Es ist schön, sie aufwachsen zu sehen", sagt die junge Frau, die aufgrund einer neurologischen Erkrankung inzwischen auf den Rollstuhl angewiesen ist.

In zwei Gehegen im Garten, der an ihre Mietwohnung grenzt, gewährt sie ihren Tieren Auslauf. Über Nacht kommen sie sicherheitshalber in Ställe, die in den Gehegen stehen. Am Mittwochmorgen erwartete die 24-Jährige jedoch eine böse Überraschung.

In Sicherheit: Den acht Tage alten Kaninchen ist nichts passiert. Sie waren mit ihrer Mutter im Haus untergebracht.

Eines der Gehege wies an der Stelle, an der die Drahtumzäunung in ein Netz übergeht, ein Loch auf. Im Gehege stand die Seitentür eines Käfigs offen. Ein totes Kaninchen lag im Käfig, vier weitere Tiere lagen tot imGehege, eines davon mit verdrehtem Genick. Die restlichen drei Jungtiere, die sich in dem Käfig befanden, sind spurlos verschwunden. Mit Hilfe ihrer Assistentin hat Sina Borowski sofort sämtliche Tiere ins Haus geholt. „Zwei Kaninchen hatte ich bereits an eine Familie mit Kindern vermittelt. Dort musste ich nun anrufen und sagen, dass die Tiere tot sind“, sagt sie. Auf ihren Anruf bei der Polizei hin seien eine Beamtin und ein Beamter vorbeigekommen, berichtet die Bürokauffrau, die beim Betriebsrat des Volkswagenwerks in Baunatal arbeitet. „Der Beamte meinte, dass das seiner Erfahrung nach ein Tier gewesen sei. Es würde daher nichts weiter unternommen“, berichtet Sina Borowski.

Sie selbst halte es nicht für völlig ausgeschlossen, dass ein Marder, Fuchs oder Waschbär ihre Kaninchen getötet hat. „Wir hatten früher Hühner, da sind manchmal Tiere in den Stall eingebrochen. Das sieht dann allerdings anders aus, es fließt meistens viel Blut,“ gibt sie jedoch zu bedenken. Gegen die Theorie, dass ein Tier die Kaninchen getötet habe, spräche auch, dass vier der fünf toten Tiere ordentlich nebeneinander drapiert worden wären.

Ferner habe ein Handtuch, dass mit Steinen beschwert als Regenschutz auf dem Käfig lag, blutverschmiert vor dem Geheges gelegen. „Es sah aus, als hätte sich jemand die Hände daran abgewischt“, sagt die 24-Jährige. Sina Borowski hat via Facebook von vier weiteren Vorkommnissen in Baunatal und Niedenstein gehört. Sie hofft, dass die Besitzer ihre Tiere nun nachts ins Haus holen und somit weitere Fälle verhindert werden können.

Hintergrund

Polizeisprecher Torsten Werner bestätigte auf Anfrage den Eingang der Anzeige und die Einschätzung der Beamten vor Ort, dass ein Tier die Kaninchen getötet habe. Es werde daher nicht weiter ermittelt. Ihm sei ein weiterer Fall einer Tötung eines Kaninchens in Großenritte bekannt. Ende Mai verschwanden hier drei Tiere, ein Tier wurde vergraben. Das tote Tier sei ausgegraben worden. Es wies keine Bissspuren auf. Die Polizei halte es für wahrscheinlich, dass ein Mensch diese Tat begangen habe. Der Fall ist bislang nicht aufgeklärt.

Von Bettina Wienecke 

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