20 Jahre altes Häuschen

Schandfleck in Baunatal: Haltestelle beim Ratio-Land zerfällt

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Alt trifft neu: das Bushaltestellenhäuschen an der Grifter Straße mit dem Ratio dahinter.

Baunatal. Ein HNA-Leser beschwerte sich über eine heruntergekommene Bushaltestelle beim Ratio-Land. Wir haben bei der Stadt Baunatal und bei Hessen Mobil nachgefragt, wie es mit dem Häuschen weitergehen soll. 

Während im Hintergrund das blitzeblanke Einkaufszentrum Ratio-Land Baunatal prunkt, steht direkt davor ein Bushaltestellenhäuschen, das sich so gar nicht in das moderne und schicke Flair vor Ort einfügt: Schmierereien, Zigarettenkippen und DDR-Beton-Chic zieren die Haltestelle an der Grifter Straße. „Ich kenne den Baustil noch aus den 70ern, da war so etwas Standard“, sagt ein HNA-Leser über die Haltestestelle. Auf der gegenüberliegenden Seite in Richtung Grifte steht nur ein Schild, ohne Häuschen. „Da kann man sich doch nicht wohlfühlen“, moniert er. Kurios: „Um die Ecke an der Fuldastraße steht die Haltestelle ,Ratio‘. Die ist nagelneu, aber nicht in Betrieb.“ Wir haben bei der Stadt Baunatal und bei Hessen Mobil nachgefragt, wie es hier weitergehen soll.

„Wir wissen, dass die Bushaltestelle an der Grifter Straße nicht schön ist“, gibt Susanne Bräutigam, Pressesprecherin der Stadt Baunatal, zu. Das Häuschen mitsamt dem Haltestellenbereich sei vor 20 Jahren errichtet worden und nicht mehr zeitgemäß.

Neu: Einzig Schild und Plan sind kürzlich aufgebaut worden.

Auch Bürgermeister Manfred Schaub gefällt die Situation an der Grifter Straße nicht. „Wir würden die Haltestelle schnell erneuern und haben dafür auch Geld im Haushalt vorgesehen“, sagt Schaub. Aber die Planung sei äußerst schwierig: Zum einen gehöre das Grundstück gegenüber dem Ratio nicht der Stadt, sondern einem Privateigentümer. Der wolle auf dem Baugrund, auf dem eigentlich ein McDonald’s-Restaurant entstehen sollte, etwas Neues aufbauen. Zum anderen müsse in dem Bereich auch die A 49-Autobahnab- und Zufahrt bedacht werden. Bei stärkerem Verkehr könne es zu „erheblichem Rückstau“ kommen, wenn die Aus- und Zufahrten zum Privatgrundstück an strategisch schlechten Stellen gebaut werden. „Da sind wir mit dem Eigentümer im Gespräch und versuchen, Dinge in Gang zu bringen“, sagt Schaub. Bis die Stadt nicht genau wisse, wo die Ein- und Ausfahrten liegen werden, bleibe die Haltestelle so, wie sie ist. „Sonst schmeißen wir Steuergeld aus dem Fenster“, so Bräutigam. Schließlich müsse sonst doppelt gebaut werden.

Ort für Ruhepausen

Neben Stadt und Privateigentümer sitzt noch eine dritte Partei am Tisch: Die Verkehrsbehörde Hessen Mobil muss als Eigner der Landesstraße Grifter Straße ihre Zustimmung geben. Sie sei zwar nicht für die Planung zuständig, müsse aber insbesondere die Verkehrssicherheit gewährleisten, erläutert Behördensprecher Horst Sinemus. Ist man sich über die Bebauung und die Zufahrten des Grundstücks einig, sollten auf beiden Seiten Wartehallen und barrierefreie Zugänge entstehen. „Wann es soweit ist, können wir aber noch nicht sagen“, so Schaub.

In Bezug auf die neuere Haltestelle „Ratio“ an der Fuldastraße sagt Baunatals Sprecherin Bräutigam: „Durch die Änderung der Linienführung im ÖPNV ist die Haltestelle seit 2015 nicht mehr für Fahrgäste benutzbar.“ Sie bleibe allerdings bestehen, da Busfahrer sie noch für Ruhepausen nutzten.

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