72-Jähriger bleibt auf Kosten für Techniker-Fehler sitzen

Sauer auf die Telekom: Ohne Telefon, aber Rechnung für Techniker-Fehler

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Keine Verbindung: Die Telefonleitung von Harald Heineke war für vier Wochen tot. 

Baunatal. Harald Heineke ärgert sich: Der 72-jährige aus Altenbauna hat für die Reparatur seiner Telefonleitung 45 Euro bezahlt. Verursacht hatte die Störung allerdings eine Technikerin der Telekom. Das Kuriose: Harald Heineke ist Kunde bei Unitymedia.

Die Telekom-Technikerin wiederum sollte im Auftrag von Vodafone die Leitung der Nachbarn freischalten. „Wer bezahlt mir meine Kosten?“, will der Baunataler wissen. Eine Erstattung hat er bisher nicht bekommen.

„Es fühlt sich niemand verantwortlich“, sagt der 72-jährige Heineke. „Wir haben die Reparatur der Leitung und einen Telefonanschluss bezahlt, der einen Monat nicht funktioniert hat“, sagt er. Der Baunataler und seine Frau Rosemarie waren in dieser Zeit nur über Handy erreichbar. Einen Vertrag haben sie nicht. „Da sind 30 Euro schnell wegtelefoniert“, sagt der Baunataler. „Meine Frau hat zwei wichtige Arzttermine verpasst, weil wir telefonisch nicht erreichbar waren.“ Er selbst ist in zwei Sportvereinen aktiv, auch dort habe er Sitzungen verpasst.

Seine Frau hatte die Technikerin von der Telekom ins Haus gelassen. Die Nachbarn benötigten eine Leitung, die sie freischalten müsse, hatte die Mitarbeiterin des Anbieters erklärt. Die Anschlüsse beider Häuser laufen in einem Verteiler im Keller der Heinekes zusammen. Als Harald Heineke eine Stunde später telefonieren wollte, stand auf dem Display des Telefons „Verbindung prüfen“. Für Anrufer war zwar ein Freizeichen zu hören, bei den Heinekes klingelte allerdings keines ihrer Telefone.

Eine erste Kontrolle durch Unitymedia ergab: Die Leitung ins Haus funktioniert. Der Fehler müsse demnach bei der Telekom liegen. Also versuchte es Harald Heineke über die Hotline des Anbieters. „Nach 20 Minuten in der Warteschleife wurde das Gespräch beendet, weil ich kein Telekom-Kunde bin“, sagt er.

Der Baunataler versuchte es über den Telekomshop, bekam eine weitere Hotline genannt – und wurde gebeten, sein Problem per E-Mail an die Telekom zu senden. Eine Antwort bekam er nicht.

Ein zweiter Besuch des Unitymedia-Technikers ermittelte das Problem: Die Ringschaltung des Hauses ist defekt. Ein Problem, das der Techniker umgehen, aber nicht beheben kann (siehe Hintergrund unten). Nach einem Monat funktionierte zumindest das Telefon der Heinekes wieder. An einem von drei Apparaten. Die Kosten der Reparatur – 45 Euro – hat bis jetzt Harald Heineke bezahlt.

Von Unitymedia bekommt er eine geringfügige Gutschrift als Ausgleich für die Beeinträchtigungen. Auf eine schriftliche HNA-Anfrage reagierte auch die Telekom: Man könne gegebenenfalls die Techniker-Rechnung übernehmen. Stellung zu dem geschilderten Vorfall nahm das Unternehmen nicht.

Für Harald Heineke reicht das nicht aus: „Meine Telefonanlage funktioniert nicht wie vorher. Das muss behoben werden,“ sagt der 72-Jährige. Seine Rechnung hat der Baunataler umgehend an die Telekom geschickt – ohne Erfolg.

Hintergrund

So erklärt es der Techniker

Im Haus der Heinekes gibt es Anschlüsse für zwei verschiedene Netze: das der Telekom und das von Unitymedia, erklärt Volker Hofmeister-Pioro. Er ist als Techniker auch im Auftrag von Unitymedia tätig und hat das Telefon der Heinekes per Modem wieder an das Unitymedia-Netz angeschlossen.

Derzeit funktioniert einer von drei Apparaten. Er sei allerdings nicht dazu berechtigt, eine Änderung am Netz der Telekom vorzunehmen. Eine Störung der Ringschaltung, die durch einen Fehler entstehe, der am Telekomnetz gemacht wurde, dürfe nur ein von der Telekom beauftragter Techniker reparieren. (cig)

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