Hochwasserschutz

Schutz gegen Hochwasser: Stauwehr bei Kirchbauna ist bald fertig

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Feste Sohle: Die zurzeit umgeleitete Bauna wird später durch das Bauwerk fließen. Hier verdichten zwei Bauarbeiter den Boden. Bis dorthin wird später die Böschung reichen. 

Baunatal. Voraussichtlich im März werden die stählernen Klappen des Stauwehrs eingesetzt, das später im Ernstfall die Fluten der Bauna regulieren soll.

Das Wehr - die Fachleute sprechen von Auslassbauwerk - ist das Herzstück eines großen Rückhaltebeckens bei Kirchbauna, das dem Hochwasserschutz an der Bauna dient. Im Juli soll es nach zwei Jahren Bauzeit in Betrieb gehen.

Die Minusgrade im Januar bremsten zwar die Bauarbeiten, ein paar Tage musste pausiert werden, „aber alles liegt im Rahmen“, sagt Hartmut Wicke, stellvertretender Leiter des Fachbereichs für Bau und Umwelt im Baunataler Rathaus. Sobald das Stauwehr fertig ist, wird die Bauna - wegen der Bauarbeiten umgeleitet - zurück in ihr altes Bett verlegt und durch das torartige Bollwerk fließen.

Wenn bei Starkregen später der Bach über die Ufer treten und das dahinter liegende Becken voll laufen sollte, können die Klappen geschlossen werden, um das gestaute Wasser kontrolliert ablaufen zu lassen. Damit will man in Zukunft Hochwasser in Kirchbauna und Guntershausen verhindern. Es ist das letzte Puzzleteil der 1996 begonnenen Vorkehrungen zum Hochwasserschutz im gesamten Tal der Bauna. Kostenpunkt dieses Mosaiksteins: 5,3 Millionen Euro, wovon das Land Hessen 70 Prozent übernimmt. Das Rückhaltebecken an der Hunsrückstraße nahe dem Kirchbaunaer Kreisel und dem Hauptfriedhof wird 100.000 Kubikmeter Wasser fassen. Laut Wicke werden künftig im Ernstfall bis 25 Kubikmeter pro Sekunde abgegeben. Bei einem Pegel über 11.000 Kubikmeter sind maximal 39 pro Sekunde möglich.

Wie ein großes Tor: Am Stauwehr des Rückhaltebeckens fehlen noch die stählernen Klappen. Rechts ist die vorübergehend verlegte Bauna zu sehen, dahinter ein Teil des umgebenden Damms.

Das Wehr ragt 4,70 Meter über dem Boden empor, zusammen mit dem Unterbau erfordert es fast 3000 Kubikmeter Beton sowie 212 Tonnen Stahl. Ebenfalls 4,70 Meter hoch ist der 660 Meter lange Damm, der rund um das Rückhaltebecken aufgeschüttet wurde. Auf ihm wird später ein asphaltierter, beleuchteter Geh- und Radweg verlaufen.

Im Rohbau fertig ist ein Betriebsgebäude, das die Steuerungstechnik des Rückhaltebeckens aufnehmen wird. Die Mulde hinter dem Wehr muss noch modelliert und begrünt werden. Hier soll im Sommer auch wieder Heu gemacht werden - so wie früher auf dem Gelände, das so groß ist wie sieben Fußballfelder (4,9 Hektar). 

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