Stelle wird vom DOSB finanziert

Sport-Inklusionsmanager: KSV Baunatal hofft auf weitere Bewerber

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Positives Beispiel für Inklusion: Friedhelm Meyer spielt gemeinsam mit nicht-behinderten Tennisspielern in einer Mannschaft. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Vereins Academy, Reha und Gesundheitssport Obervellmar (Argo).

Baunatal. Für gemeinsames Sporttreiben von behinderten und nicht-behinderten Menschen soll sich beim KSV Baunatal ab 1. Juli ein Sport-Inklusionsmanager kümmern.

Der Verein bekommt die neue Stelle vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als einer von zwei Vereinen in ganz Deutschland für zwei Jahre finanziert (die HNA berichtete).

Doch die Suche nach geeigneten Bewerbern gestaltet sich holprig. Laut KSV-Vorsitzendem Timo Gerhold liegen dem Verein bislang erst drei Bewerbungen vor. Lange Zeit gab es sogar nur einen Interessenten für die Stelle.

Deshalb habe der Verein die Bewerbungsfrist bis Mitte Mai verlängert, berichtet Gerhold. Je mehr Bewerber es gebe, desto besser sei das für die Besetzung der Stelle. Gerhold macht in diesem Zusammenhang auch klar, dass die Vorgaben für die Bewerber – etwa dass diese selbst zu mindestens 50 Prozent schwerbehindert sein müssen – vom DOSB vorgegeben werden.

„Alle wollen dem Inklusionssport zu einem höheren Stellenwert verhelfen.“

Timo GerholdKSV-Vorsitzender

Grundsätzlich laufen bei dem 7000-Mitglieder-Verein die Vorbereitungen für die neue Aufgabe auch Hochtouren. Gespräche mit dem Baunataler Rathaus und der Baunataler Diakonie Kassel (bdks) liefen, so Gerhold. „Beide haben großes Interesse signalisiert“, sagt Gerhold. „Alle wollen dem Inklusionssport zu einem höheren Stellenwert verhelfen“, betont der KSV-Vorstand. Um neue Angebote zu realisieren, brauche man die Partner. Auf HNA-Anfrage gab es von der bdks allerdings keine Stellungnahme zu dem Thema.

Einzelheiten, wie neue Sport- und Fitnessangebote aussehen könnten, darauf will sich der KSV jetzt noch nicht festlegen. Genau diese solle ja der neue Inklusionsmanager entwickeln, sagt Gerhold. „Wir wollen auf jeden Fall keine Behindertensportgruppen haben, wir wollen inklusive Sportgruppen haben.“ Sprich: Behinderte und Nicht-Behinderte trainieren und schwitzen gemeinsam in einer Gruppe oder einem Team.

Ein gutes Beispiel dafür liefert in der Region der Verein Academy, Reha und Gesundheitssport Obervellmar (Argo). Dort treten Fußgänger und Rolli-Fahrer gemeinsam in einer Tennismannschaft in der Herren 30 Bezirksoberliga an. Das ist in Deutschland bislang einmalig (wir berichteten). Inklusion bedeutet eine Herausforderung für jeden Sportverein. „Wir brauchen ein neues Denken im Verein“, sagt Gerhold. Als Beispiel nennt der KSV-Vorsitzende die Planung von Veranstaltungen. Bei weitem seien ja nicht alle Sportstätten und Versammlungsräume barrierefrei zu erreichen.

Einzelheiten über die Stelle des Sport-Inklusionsmanagers gibt es laut Vorstand auf der Internetseite des KSV. Dort sei die Ausschreibung einsehbar. Weitere Artikel

Infos: KSV Baunatal, Altenritter Straße 37, 34225 Baunatal, Tel. 05 61/5 70 59 80. E-Mail: info@ksv-baunatal.de

www.ksv-baunatal.de

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