„Transform 2025+“ wurde in Wolfsburg präsentiert

Strategie 2025: VW in Baunatal schafft Platz für E-Motoren und verhandelt über Altersteilzeit

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Kassel/Baunatal. VW will Weltmarktführer im Bereich Elektromobilität werden. Im Jahr 2025 will die Marke bereits eine Million Autos mit E-Antrieb verkaufen. 

Das sind Stichpunkte, die der Vorstand gestern mit der Strategie „Transform 2025+“ in Wolfsburg präsentierte. Das VW-Werk Kassel in Baunatal soll einen wesentlichen Beitrag zur Offensive bei der Elektromobilität leisten. Wie die Fabrik umgebaut wird, um wesentliche Teile für den so genannten Modularen Elektro Baukasten (MEB) zu fertigen, ist allerdings noch unklar. „Das wird noch untersucht“, sagt Carsten Bätzold, Betriebsratschef in Baunatal, im Gespräch mit unserer Zeitung. Schon seit einiger Zeit werde aber geschaut, wo es neue Produktionsflächen geben könnte. Als Beispiel nennt er den Wegfall des Getriebes HL 600 für den Audi-Vierradantrieb. In diesem Bereich der Halle 1 werde Platz geschaffen.

„Wir hoffen, dass wir am Standort von diesem Boom langfristig profitieren“, sagt Werksprecher Heiko Hillwig. „In der Transformation von Verbrennungstechnologien zur Elektromobilität sind Elektroantriebe und Hybridgetriebe gefragte Komponenten. Hier wird es eine Erhöhung der Umfänge geben, weswegen wir im Rahmen des Zukunftpakts gezielte Investitionen in diese Zukunftstechnologien tätigen.“

Und wo gibt es noch Platz? Laut Hillwig führen Optimierungen in anderen Fertigungsbereichen zu freien Flächen. „Neue Produkte werden somit in vorhandene Strukturen integriert“, erläutert der Sprecher.

Kenner der Szene halten die gestern vom Vorstand ausgegebene Marke von einer Million verkauften Elektroautos im Jahr 2025 für zu ehrgeizig. Die Nachfrage nach den alternativen Antrieben werde nicht explosionsartig erfolgen. Markenvorstand Herbert Diess ist da anderer Meinung. „Wir glauben an E-Fahrzeuge“, sagte er. Die Reichweiten der Autos und die Lade-Infrastruktur würden sich deutlich verbessern. Ab dem Jahr 2025, so Diess, möglicherweise schon ab 2020, werde das bessere Auto ein E-Auto sein.

Am vergangenen Freitag hatte der VW-Markenvorstand seinen Zukunftspakt präsentiert. Dieser wurde am Dienstag in Wolfsburg konkretisiert.Demnach sollen weltweit 30.000 Stellen, in Deutschland bis zu 23.000 Jobs abgebaut werden. Personalvorstand Karlheinz Blessing erklärte, dass dieser Abbau „entlang der demographischen Kurve“ über Altersteilzeitverträge gestaltet werde.

Nach Angaben von Betriebsratsvorsitzendem Bätzold läuft dieser Prozess im Baunataler VW-Werk bereits. Seit dem Tarifabschluss vom Sommer werde mit Arbeitnehmern bis Jahrgang 1967 über einen Ausstieg verhandelt. „Die bekommen ein Angebot“, sagt er. Voraussetzung sei Freiwilligkeit auf beiden Seiten.

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