Streit in Rengershausen um Raum für den Hort

Betreuung am Nachmittag: Die Hort-Kinder aus der Grundschule in Rengershausen sollen künftig zum Gemeindehaus „Am Felsengarten“ laufen. Einige Eltern lehnen die von der Stadt favorisierte Variante ab.

Baunatal. Streit zwischen Stadt und Eltern um die Hortbetreuung von Grundschulkindern in Rengershausen.

Die Eltern wollen nicht, dass ihre Kinder täglich von der Brüder-Grimm-Schule in einen 800 Meter entfernten Raum der Kirchengemeinde umziehen.

Sie favorisieren eine Container-Lösung direkt an der Schule. Die Stadt hält das Angebot im Gemeindehaus hingegen für zumutbar.

Bisher waren die Kinder in einem ungenutzten Klassenraum der Brüder-Grimm-Schule untergebracht. Eine zweite Gruppe wird in einem Pavillon am Kindergarten betreut. Doch wegen höherer Anmeldezahlen für die Schule fällt der Schulraum ab September weg.

Dr. Barbara Rödiger, die für die Eltern spricht und die drei Kinder in der Hortbetreuung hat, bemängelt vor allem fehlende Planung seitens des Rathauses. „Die Problematik war seit Mai 2014 bekannt“, sagt sie. „Man hätte das letztes Jahr im Sommer schon angehen können. Das Zeitmanagement ist völlig misslungen.“ Zudem habe es bis heute überhaupt keine Information an die Eltern gegeben.

Container im Visier: Die Eltern favorisieren eine Container-Lösung an der Schule, so wie hier vor einigen Jahren an der Theodor-Heuss-Schule. Archivfoto: Jünemann

Den jetzt vom Rathaus favorisierten Raum im evangelischen Gemeindehaus an der Straße „Zum Felsengarten“ lehnt Rödiger mit dem Hinweis ab, dass es dort kein Außengelände gebe. „Die Räume selbst sind okay.“ Die Eltern sprechen sich deshalb für das Aufstellen eines Containers direkt an der Schule aus. „Das ist für die Kinder günstiger.“

Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) weiß zwar um den täglichen Fußweg der Kinder zum anvisierten Gemeindehaus. Insgesamt mache die Stadt aber mit dem Raum „ein sehr gutes Angebot“. Grundsätzlich müssten die Eltern sehen, dass die Hortbetreuung durch die Stadt Baunatal eine freiwillige Leistung sei. „Bei uns sind die Kinder bis 15 Uhr in sicheren Händen und werden zudem pädagogisch betreut.“ Die Entwicklung seit der Einrichtung der Kooperativen Schulkindbetreuung sei so nicht absehbar gewesen, betont Schaub. Die Anmeldezahlen hätten die Erwartungen deutlich überstiegen.

Laut Schaub hat der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtparlaments dem Vorhaben bereits einstimmig grünes Licht gegeben. Am kommenden Montag, 20. Juli, ab 18 Uhr im Rathaus könnte demnach das Parlament den Umzug beschließen.

„Noch nichts entschieden“

Diese Vorgehensweise wundert neben Barbara Rödiger auch Pfarrerin Andrea Brede-Obrock, die für das evangelische Gemeindehaus zuständig ist. Die Kooperation von Stadt und Kirche sei überhaupt noch nicht sicher, sagt sie. „Es ist noch nichts entschieden. Es ist noch nicht einmal vernünftig geprüft worden“, betont sie. „Nach meiner Einschätzung ist der Raum zu klein.“

Grundsätzlich, so signalisiert die Pfarrerin aber, spreche nichts dagegen, dass die Kirche den Raum für den Hort zur Verfügung stelle. „Wir bieten diese Lösung an, bevor es keine Lösung gibt.“

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.