Suedlink-Trasse soll unter die Erde - Bürgerinitiativen bleiben skeptisch

Baunatal/Schauenburg. Die geplante Stromtrasse Suedlink soll vorrangig nicht mit Überlandleitungen ausgestattet, sondern mit Erdkabeln.

Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen. Zudem sollen bestehende Trassen stärker genutzt werden.

Sollte auch der Bundestag zustimmen, muss das Bayreuther Unternehmen Tennet, Betreiber und Planer der Stromtrasse, nun die beiden Gleichstromleitungen von Wilster (bei Hamburg) nach Grafenrheinfeld (bei Schweinfurt) sowie von Brunsbüttel nach Großgartach neu planen. Die Vorstellung der Trassenvarianten wird bis spätestens Anfang 2017 erwartet.

In einem der ursprünglichen Tennet-Pläne durchschnitten die Trassen auch die Kommunen Baunatal und Schauenburg. Beide Parlamente hatten sich gegen die Freileitungen ausgesprochen. Der Widerstand ist auch im Wolfhager Land groß. Veronika Papenhagen-Stannick von der Bürgerinitiative Bad Emstal ist noch skeptisch. „Es ist ja noch nicht klar, ob der Gesetzesentwurf die notwendige Mehrheit im Bundestag bekommt“, sagte sie auf Anfrage der HNA. Zunächst wolle die BI den Entwurf, der erst seit zwei Tagen vorliege, prüfen. Ein paar gute Regelungen seien enthalten. Aber auch Nachteile beim Antragsrecht für Kommunen in Bezug auf die Freileitungen.

Vorsichtig in ihrer Einschätzung ist auch die BI Habichtswald gegen Suedlink. „Wir fühlen uns noch nicht auf der sicheren Seite“, sagte Wolfgang Asshauer, BI-Sprecher. Der Entwurf bedeute ja nicht, dass die gesamte Trasse „unter die Erde“ gelegt werde. Zudem fehle noch die Zustimmung des Bundestages.

Tennet begrüße nun den Vorrang für Erdkabel bei Gleichstrom-Projekten, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Das sei eine Chance für mehr Akzeptanz des notwendigen Netzausbaus, die das Unternehmen nutzen möchte.

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