Rettungsschwimmen

Landesmeisterschaften der DLRG: Titelkampf mit Puppe und Flosse

Echte Wasserratten: Svenja Deichmann (16, von links, ), Sören Schaupeter (18, beide Baunatal) und Tapio Clemet (16, Kassel). Die Puppe musste „gerettet“ werden. Fotos: C. Hartung

Baunatal. Aus der Ferne ertönen Hilferufe. Ein kleines Mädchen rudert hektisch mit den Armen, immer wieder verschwindet es im Wasser und taucht kurz wieder auf. Ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken, würde sich Miriam Jung jetzt in die Fluten stürzen und alles versuchen, um dem Mädchen zu helfen.

Die 16-Jährige aus Kassel nahm am Wochenende an den Hessischen Meisterschaften im Rettungsschwimmen teil, die von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Hessen in Kooperation mit der Ortsgruppe Baunatal veranstaltet wurden. Im Sportbad des Aqua-Parks standen diverse Disziplinen für die 258 Einzelkämpfer und 85 Mannschaften auf dem Programm. So musste beispielsweise eine mit Wasser gefüllte Puppe „gerettet“ und sicher an den Beckenrand gebracht werden.

„Die Disziplin mag ich besonders“, sagte Miriam, die zwei Mal die Woche bei der DLRG in Baunatal trainiert. Um die Puppen auf dem Grund des Beckens zu platzieren, waren zahlreiche Taucher im Einsatz. Zu ihnen gehörte auch Tapio Clemet aus Kassel. „Dieses Mal nehme ich nicht am Wettbewerb teil, sondern helfe hier bei der Veranstaltung“, sagte der 16-jährige Schwimmer.

Herz-Lungen-Wiederbelebung: Miriam Jung (16) zeigte ihr Können auch an Land.

Alle Aufgaben, die die Rettungsschwimmer bewältigen mussten, ähnelten Situationen, mit denen sie auch im wahren Leben konfrontiert werden könnten. So mussten sie beispielsweise auch unter einem großen Netz durchtauchen. „Wir simulieren damit das Tauchen unter Wellen“, erläuterte Carsten Brust, Vizepräsident des DLRG- Landesverbandes Hessen. Nach den ersten drei Disziplinen im Wasser, führte Miriam in ihrer Altersklasse. Bereits zwei Mal wurde sie Hessenmeisterin. „Das möchte ich diesmal wieder schaffen“, sagte sie.

Aber eine Aufgabe musste sie noch bestehen. Dafür ging es in die Rundsporthalle, die kurzerhand in ein großes Reanimationszentrum umfunktioniert worden war. „Wir müssen hier an einer lebensgroßen Puppe zeigen, dass wir die Herz-Lungen-Wiederbelebung beherrschen“, erklärte Miriam. Fast fünf Minuten massierte sie das Herz des „Patienten“ und beatmete ihn. „Jetzt kannst du aufhören“, sagte einer der Schiedsrichter, die jeden ihrer Schritte genauestens beobachtet hatten.

Auch die letzte, entscheidende Disziplin hatte Miriam mit Bravour bestanden. „Jetzt bin ich Hessenmeisterin“, strahlte sie über beide Wangen - Titel gerettet!

Von Carolin Hartung

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