Trotz Abgasskandals: Baunataler VW-Werk wartet auf Vereine

Baunatal. 97.000 Euro hat das VW-Werk Kassel in Baunatal 2015 an 59 Vereine gespendet. Doch für 2016 und 2017 rechnet der Sozialausschuss des VW-Betriebsrates und das Personalwesen mit einem Rückgang. Nicht etwa, weil Volkswagen weniger Geld für Projekte zur Verfügung stellt, sondern weil deutlich weniger Vereine nach Unterstützung anfragen.

Betriebsrat Thomas Frye geht davon aus, dass die Vereinsvertreter vermuten, dass VW wegen des Abgasskandals kein Geld mehr für Spenden ausgebe. Das sei aber „trotz der Schwierigkeiten“ nicht der Fall, betont Frye. „Da führt VW mit uns keine Diskussion.“ Der Konzern werde auch weiterhin soziale Verantwortung für die Region übernehmen.

Die Spendentätigkeit hat bei VW Tradition. Vom Bonus für die Belegschaft im Mai werde jedes Jahr automatisch ein kleiner Betrag einbehalten, erläutert der Betriebsrat. Außerdem gebe der Konzern pro Beschäftigtem in Baunatal und pro Schwerbehindertem noch eine Summe hinzu. Somit könne das Werk in Baunatal pro Jahr etwa 80.000 Euro an anerkannte gemeinnützige Vereine ausschütten.

Einen Zuschlag erhalten unter anderem auch Fördervereine und Elternvereine von Schulen und Kindergärten. „Es gibt durchaus Institutionen die wir regelmäßig bedenken“, sagt Frye. Mindestens zwei Jahre müssten allerdings zwischen den Zusagen liegen. Besonders gute Chancen hätten Institutionen, die Jugendliche fördern. „Je konkreter das Projekt ist, desto einfacher ist es, das zu entscheiden.“

Die Anfragen haben übrigens kein langes bürokratisches Nachspiel. Die Interessenten können schnell mit einer Antwort rechnen. Der Sozialausschuss des Betriebsrates und das Personalwesen in Baunatal entscheiden nämlich monatlich. „Wir freuen uns über jeden Antrag“, sagt Thomas Frye. „Wir sind froh, wenn wir was machen können.“ Klar sei dennoch, dass man nicht absolut jedes Projekt mit einem Betrag unterstützen könne.

Anfragen per Mail oder Brief

Anerkannte gemeinnützige Vereine sollten ihr Projekt in einer E-Mail oder einem Brief genau erklären. Sinnvoll sei auch, einen Kostenvoranschlag oder ein Foto mit anzuhängen, erläutert Thomas Frye vom Betriebsrat in Baunatal. 

Anträge per E-Mail gehen an: simone.kuellmer@volkswagen.de oder maren.hofmann@volkswagen.de. Die Adresse für Briefe lautet: Simone Küllmer, Volkswagen AG Kassel, Personal Kassel, Dr. Rudolf-Leiding-Platz 1, 34225 Baunatal.

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