Energie-Aufkleber an Maschinen

Umweltziele: Baunataler VW-Werk weit vorn

Baunatal. Bis zum Jahr 2018 will die Marke Volkswagen Umweltbelastungen um 25 Prozent reduzieren. Das VW-Werk Kassel in Baunatal ist auf bestem Wege, diese vom VW-Vorstand gesetzte Marke sogar noch zu übertreffen.

Ausgangspunkt für das Vorhaben mit dem Titel „Think Blue Factory" war das Jahr 2010.

Seit Beginn der Aktion hat der Standort über 31 Prozent eingespart - beim Energie- und Wasserverbrauch, beim CO2-Ausstoß, beim Müll und beim Einsatz von Lösungsmitteln.

„Unser Anspruch ist es, die 25 Prozent deutlich zu übersteigen“, sagte Dirk Sauermann, Leiter des Umweltmanagements bei VW. Er gehe davon aus, dass die Fabrik auch in drei Jahren noch bei über 30 Prozent liege - also dass sie es schaffe, den guten Wert zu halten.

Einer, der im Baunataler Werk einen wichtigen Baustein zum Energiesparen liefert, ist Jürgen Römer. Der Mitarbeiter im Getriebebau hat ein Energie-Label für Maschinen entwickelt. Ähnlich wie am heimischen Kühlschrank, der Waschmaschine und am Geschirrspüler soll künftig an jeder Maschine im VW-Werk diese Plakette zu finden sein. „Hier geht es um Kosten und die Umwelt“, sagt der 55-Jährige.

Hilft bei der Ausstattung der Maschinen: Marc Schellenberger. Der 25-Jährige studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Kassel.

Rund 1700 Maschinen haben Römer und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Marc Schellenberger (25) von der Universität Kassel bereits mit dem Aufkleber ausgestattet. Zuvor wurden alle Anlagen komplett durchgemessen und eine Verbrauchstabelle erstellt. Auf dem Energie-Label können die Beschäftigten unter anderem erkennen, ob die Maschine komplett oder zumindest in Teilen abgeschaltet werden kann, wenn gerade nicht produziert wird oder keine neuen Bauteile im Anmarsch sind. Ein grüne „Ja“ steht für Abschalten, ein rotes „Nein“ für Nicht-Abschalten.

17 800 Euro pro Jahr 

Römer rechnet vor: In einer Abteilung mit elf Maschinen aus dem Getriebebau für das VL 381 habe man ermittelt, dass pro Acht-Stunden-Schicht durch Nichtabschalten zusätzlich 570 Kilowattstunden Strom verbraucht werden. Nehmen die Beschäftigten die Anlage in Wartezeiten vom Netz, spare das Strom für umgerechnet 17 800 Euro im Jahr. Zum Vergleich: Ein Drei-Personen-Haushalt hat einen Jahresverbrauch von 3880 Kilowattstunden pro Jahr.

Teilweise müssen die Maschinen laut Römer mit etwas zusätzlicher Technik ausgestattet werden, teilweise sind die Mitarbeiter gefragt, die die Anlagen einfach per Hand stoppen müssen. „Die Anlagen laufen erst wieder an, wenn ein Teil reinfährt“, erläutert der Fritzlarer ein mögliches System.

Von Sven Kühling

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