Bei dem Unglück starb ein 21-Jähriger aus Sachsen

Ursache zu Roboter-Unfall bei VW in Baunatal noch unklar

Roboter im Einsatz: Die Automaten sind an vielen Stellen im VW-Werk zu finden. Im Umfeld der Anlagen gelten strenge Sicherheitsvorschriften. Das Foto zeigt nicht die Roboter, in deren Bereich Ende Juni der Unfall passierte. Archivfoto: Kühling

Baunatal. Knapp zwei Monate nach dem tödlichen Unfall mit einem Roboter im VW-Werk Kassel in Baunatal gibt es auf der Suche nach der genauen Ursache noch keine neuen Ergebnisse.

„Die Ermittlungen dauern an. Es gibt keine neuen Erkenntnisse“, sagte Dr. Enrico Weigelt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, auf Anfrage.

Auch ein Sprecher des VW-Werks in Baunatal sagt nichts zum aktuellen Ermittlungsstand. Es habe sich schließlich um eine Fremdfirma gehandelt, die im Werk arbeitete, betont er. Die Roboter-Anlage sei noch nicht an VW übergeben gewesen. Der VW-Sprecher verweist auf die laufende Arbeit der Staatsanwaltschaft.

Gegen Metallwand gedrückt 

Anfang Juli war der junge Mitarbeiter einer Firma aus Sachsen beim Einrichten der Technik in der Halle 6 des Werkes von einem Roboter erfasst und schwer verletzt worden. Nach Angaben von Volkswagen wurde der 21-Jährige von der Maschine gegen eine Metallwand gedrückt. Dabei wurde sein Brustkorb eingedrückt.

Der Mann wurde nach dem Unfall an Ort und Stelle reanimiert. Er starb aber nach Angaben von VW und Staatsanwaltschaft kurze Zeit später im Krankenhaus.

Der Unfall passierte in der modernsten Produktionshalle des Baunataler Werkes. In der Halle 6 werden die Elektromotoren für sämtliche Modelle des Konzerns und hochmoderne Direktschaltgetriebe etwa für Audi gefertigt. Der 21-jährige Mitarbeiter habe innerhalb der Roboter-Anlage gestanden, berichtete ein VW-Sprecher kurz nach dem Unfall. Ein weiterer Mitarbeiter habe sich im Außenbereich aufgehalten. Möglicherweise auf Zuruf habe dieser die Maschine angefahren. Dabei sei der 21-Jährige von dem Roboter erfasst worden. Inwieweit einem Beteiligten der Vorwurf von Fahrlässigkeit zu machen ist, bleibt weiterhin unklar. Die Staatsanwaltschaft hatte direkt nach dem Vorfall jedenfalls betont, dass sie diesen Sachverhalt mit untersuchen werde.

Grundsätzlich gelten im VW-Werk strenge Sicherheitsvorschriften im Umfeld von Robotern. Sobald ein Arbeiter den Käfig, der die Maschinen umgibt, betritt, wird die Stromversorgung unterbrochen. Nach dem Unfall hatte ein VW-Sprecher berichtet, dass sich der junge Mann möglicherweise im Innenbereich aufhielt, um die Steuerung, die die Teile greift, zu überprüfen.

Nach Angaben von VW werden in dieser Halle 37 Roboter für die Produktion des Hybridgetriebes DQ 400e sowie sieben für die Fertigung von Elektromotoren benötigt. Insgesamt werden am nordhessischen Standort rund 800 Roboter eingesetzt.

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