Nach Prozess am Kasseler Arbeitsgericht

Verdi: Edeka muss für Mitarbeiter im Ratio in Baunatal nachzahlen

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Einkaufen und arbeiten im Ratio-Land in Hertingshausen: Die Mitarbeiter des integrierten Lebensmittelmarktes von Edeka sollen nach Auffassung der Gewerkschaft Verdi rückwirkend einen Lohnausgleich bekommen.

Baunatal. Eine Reihe von Mitarbeitern von Edeka Hessenring im Ratio-Land in Hertingshausen bekommt möglicherweise rückwirkend für die vergangenen drei Jahre mehr Lohn ausgezahlt.

Davon geht jedenfalls die Gewerkschaft Verdi nach einem Urteil vor dem Kasseler Arbeitsgericht aus. Der Arbeitgeber müsse den Tariflohn nachzahlen, erläutert Gewerkschaftssekretär Manuel Sauer im Gespräch mit der HNA.

„Die Arbeitsrichter gaben der Klage, die vom Verdi- Rechtschutz eingereicht worden ist, statt“, berichtet der Gewerkschaftssekretär. Geklagt hatte ein einzelner Mitarbeiter des Lebensmittelmarktes im Ratio. „Wir fordern die Geschäftsführung der Edeka Melsungen auf, das nun für alle Mitarbeiter umzusetzen“, betont Sauer. Dem Vernehmen nach pendelt sich die Nachzahlung für drei Jahre bei etwa 3000 Euro netto ein. Hinzu kommen für den Arbeitgeber noch die entsprechenden Sozialabgaben.

Die Edeka Hessenring kaufte 2011 den Lebensmittelmarkt im Ratio-Land in Hertingshausen von der Snoek-Gruppe in Münster und gliederte den Betrieb in seine Einzelhandelstochter Marktkauf ein. Kurze Zeit später habe die Geschäftsführung den mehr als 140 Beschäftigten den Austritt aus dem Einzelhandelstarifvertrag verkündet, berichtet Sauer.

Nach Informationen der HNA können sich lediglich 57 der insgesamt über 140 Mitarbeiter Hoffnung auf eine Nachzahlung ihres Arbeitgebers machen, weil sie einen solchen Vertrag haben wie der Mitarbeiter, der geklagt hatte.

Ob die Edeka Handelsgesellschaft Hessenring nach dem Urteil des Kasseler Gerichtes in Berufung geht, war nicht zu erfahren. Zu einem laufenden Verfahren gebe er keine Auskunft, sagte Geschäftsführer Hans-Richard Schneeweiß auf Anfrage lediglich.

ManuelSauer

Die Gewerkschaft sieht sich in ihrem Vorgehen bestärkt. Sie verweist darauf, dass schon der Europäische Gerichtshof im November 2017 im Sinne der Beschäftigten geurteilt hatte. Der Auffassung habe sich nun das Kasseler Arbeitsgericht angeschlossen. „Dieses Urteil bestätigt unser politisches Ziel, den Branchenprimus Edeka Hessenring wieder in die Tarifbindung zu bekommen“, sagte Sauer. Alle anderen Regionalgesellschaften von Edeka seien schließlich tarifgebunden, nur die Gesellschaft in Melsungen nicht.

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