80 zumeist ältere Altenbaunaer nahmen teil – Auftakt 1000 Jahre Baunatal

Stadtrundgang: Vergangenheit wurde wieder lebendig

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So sah es früher aus: Asmuth Schaub erklärte vor dem Gasthaus Freytag (hinten links) Stefan Diegler (links), was auf dem historischen Bild zu sehen ist.

Baunatal. Anni Wicke steht mit ihrer Gruppe vor dem längst geschlossenen Gasthaus Freytag und lässt den Blick schweifen: „Hier haben wir die schönsten Feste gefeiert“, sagt die Rentnerin.

Gleich daneben führt die schmale Straße „Auf dem Wiede“ steil zum Baunsberg hinauf. „Hier bin ich früher Schlitten gefahren“, sagt die Altenbaunaerin. Sie hat nur einen Steinwurf entfernt, an der Altenritter Straße, ihre Kindheit verbracht. Da gab es noch wenige Straßen, dafür viele Ställe, Schweine und Kühe.

Erinnerung beim Rundgang aufgefrischt: Anni Wicke.

Wicke gehörte zu den 80 zumeist älteren Altenbaunaern, die zum Auftakt der 1000-Jahr-Feiern der Stadt Baunatal am Wochenende am historischen Rundgang mit dem Verein für Heimatgeschichte und Denkmalpflege teilnahmen. Das war eine Resonanz, die Bürgermeister Manfred Schaub, der das Projekt fördert, geradezu begeisterte. Als Stadtführer diente dabei die von Stefan Dittmar und Stefan Diegler überarbeitete und ergänzte Chronik „1000 Jahre Altenbauna“.

Fröhliches Häuser-Rätsel

Der Rundgang geriet immer wieder zum fröhlichen Häuser-Rätseln über die Fachwerkgebäude und Scheunen, die in den 1960er-Jahren abgerissen wurden, als sich das Dorf mit dem Volkswagenwerk zur Autostadt wandelte. Die Heinrich-Nordhoff-Straße gab es damals noch nicht.

Und Asmuth Schaub erinnert sich während des Rundgangs an den ständigen Lärm und Staub von der Dreschmaschine auf dem Tanzeplatz, am Fuß des Baunsbergs, wo jetzt ein Kinderspielplatz ist. Die Bauern hätten dort Schlange gestanden, um ihr Korn dreschen zu lassen, sagte er. Drei Krämerläden habe es am Baunsberg damals gegeben.

Kirmesumzug ist nicht mehr

Viel ist aus jener Zeit nicht übrig geblieben. Stefan Dittmar hat im Keller des verwaisten Gasthauses Freytag den Kopf des Kirmesbärenkostüms gefunden, den er den Besuchern zeigte. Bis vor 35 Jahren, so schätzt der Vorsitzende des Heimatvereins, gab es in Altenbauna einen Kirmesumzug, der am Gasthaus Altenbauna endete.

Gleich zu Beginn des Rundgangs „reisten“ die Teilnehmer am weitesten zurück in die Geschichte: Sie besichtigten den Thing-Stein an der Friedenskirche, wo jahrhundertelang zu Gericht gesessen wurde.

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